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Demenz Test

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Dieser Artikel konzentriert sich auf Demenztests und ihre Bedeutung bei der Früherkennung und Diagnose von Demenz. Der Artikel erörtert verschiedene Demenztests, einschließlich des Mini-Mental-Status-Tests (MMST), des Uhrentests, des Demenz-Detektions-Tests (DemTect) und des Montreal-Cognitive-Assessment-Tests (MoCa-Test), und betont die Wichtigkeit einer professionellen Diagnose durch medizinisches Fachpersonal. 

HeldYn bietet umfangreiche Unterstützung für Personen mit Demenz und ihre Angehörigen, darunter Hilfe und Entlastung für Angehörige, psychiatrische Pflege, Ergotherapie, Urlaubsbegleitung, stundenweise Entlastung, Begleitung zu Arztterminen und Pflege daheim. Diese Dienstleistungen sind darauf ausgerichtet, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ihre Angehörigen zu entlasten, während sie sich den Herausforderungen einer Demenzerkrankung stellen. 

Info
Häufigkeit demenzieller Erkrankungen

Die häufigste Form der demenziellen Erkrankung stellt die Alzheimer-Demenz dar. Sie ist für 60-80% aller Demenzen verantwortlich. Ihr folgt die vaskulärer Demenz, an der 15-20% der Betroffenen erkrankt sind. Die Lewy-Bodies-Demenz kommt hingegen mit 7-20% des Betroffenenkreises seltener vor. Andere Demenzformen belaufen sich auf eine Häufigkeit von unter 10%. Allerdings treten oftmals Mischformen auf.

[21] Vgl. Österreichische Alzheimer Gesellschaft „Zahlen & Statistik“, alzheimergesellschaft.at, n. d.,http://www.alzheimer-gesellschaft.at/informationen/zahlenstatistik/05.07.2024.

WIE KANN GETESTET WERDEN, OB MAN DEMENZ HAT?

Den Namen einer prominenten Person schon wieder vergessen?

Das Datum eines wichtigen Meetings abermals verwechselt?

Die neuen Kopfhörer erneut verlegt?

 

Besteht vielleicht die Befürchtung, dass das Gedächtnis etwas nachgelassen hat? Im Alter lassen die geistigen Fähigkeiten bei vielen Menschen normalerweise etwas nach. Eine starke Ausprägung von Vergesslichkeit kann aber auch ein wichtiger Hinweis auf eine demenzielle Erkrankung sein.

Demenz ist eine fortschreitende kognitive Störung, die sich auf die kognitiven Funktionen einer Person wie Gedächtnis, Kommunikation, Orientierung und Konzentration auswirkt. Je früher die Diagnose einer demenziellen Erkrankung erfolgt, desto effizienter kann man Maßnahmen ergreifen, um die Progression der Demenz zu verlangsamen. Wenn die leise Vermutung besteht, an Demenz erkrankt zu sein, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese abzuklären und von den Vorteilen der Früherkennung beim Krankheitsmanagement zu profitieren.

Zunächst ist es wichtig, eine Ärztin oder einen Arzt (Hausärztin / Hausarzt, Fachärztin / Facharzt) aufzusuchen, um eine medizinische Diagnose zu stellen. Eine Ärztin oder ein Arzt kann eine körperliche Untersuchung, eine Anamnese und gegebenenfalls bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie durchführen, um das Vorliegen einer körperlichen Ursache der Symptome zu ermitteln.

Darüber hinaus gibt es bekannte Selbsttests, wie z.B. der Mini-Mental-Status-Test (MMST), der Uhrentest, der Demenz-Detektions-Test (DemTect) und der Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test). Diese Tests bewerten Fähigkeiten wie Gedächtnis, Sprache, Orientierung sowie kognitive Fähigkeiten und können bei der Erkennung von Frühwarnzeichen und der Diagnose von Demenz helfen.

Wichtig: Trotz der steigenden Zuverlässigkeit dieser Tests kann eine finale Diagnose nur durch die medizinische Untersuchung einer Ärztin oder eines Arztes gestellt werden.

Info
Anzeichen von Demenz im Alltag

Mögliche Anzeichen von Demenz können sein: 1) Schwierigkeiten sich an Gespräche und Ereignisse zu erinnern, die nicht lange zurückliegen, 2) Schwierigkeiten bei der Wortfindung und beim Folgen längerer Gespräche, 3) Nachlassen der Konzentration (z.B. Vergessen der Regeln eines Kartenspiels), 4) sozialer Rückzug, 5) häufiges Wiederholen, 6) Vergessen von Terminen.

[18] Vgl. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), „Wann sollten Sie zu einer Abklärung gehen?“, pflege.gv.at, 16.05.2023, https://pflege.gv.at/wann-sollten-sie-zu-einer-abklaerung-gehen, 05.07.2024.

WELCHE SELBSTTESTS FÜR DEMENZ GIBT ES?

Neben den von einer Ärztin oder einem Arzt durchgeführten medizinischen Untersuchungen gibt es eine Reihe von Tests, die man selbst durchführen kann, um potentielle Hinweise eines nachlassenden Denk- und Erinnerungsvermögens zu erkennen. Auch die langsame Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten kann anhand der Tests erfasst werden. Man spricht auch von sogenannten “psychometrischen Demenz-Tests”.

Psychometrische Tests stellen weder 100-%ig verlässliche Testverfahren, noch eine Ersatzmöglichkeit für eine sichere fachärztliche Untersuchung dar. Dennoch können Demenz-Tests bestimmte Kriterien abfragen und Hinweise aufzeigen, die auf eine Demenzerkrankung schließen lassen können.

Die geläufigsten psychometrischen Demenz-Tests sind der Mini-Mental-Status-Test (MMST), der Uhrentest, der Demenz-Detektions-Test (DemTect) und der Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test). Obwohl diese Testverfahren zwar selbstständig durchgeführt werden können (= Selbsttest), wird dennoch dazu geraten, dies einer/einem ausgebildeten Expert:in (z.B. Neurolog:in) zu überlassen.

Wichtig: Die Person sollte während der Durchführung der Tests nicht gestört werden, damit dieser aussagekräftige Ergebnisse liefert. Außerdem ist es wichtig, dass alle notwendigen Hilfsmittel, einschließlich Lesebrillen oder Hörgeräte, während der Untersuchung getragen werden.

Info
Ursachen für Demenz-Symptome

Viele ältere Menschen, die feststellen, dass Sie oder Ihre Angehörigen an Vergesslichkeit zunehmen oder Orientierungsprobleme zeigen, fürchten eine Demenz zu entwickeln. Vermeintliche Symptome einer Demenz können jedoch auch in anderen Erkrankungen, wie Durchblutungsstörungen, Schilddrüsenproblemen, Depressionen oder auch in Stress begründet liegen. Deshalb ist eine rasche ärztliche Abklärung notwendig, um frühestmöglich eine passende Diagnose zu erhalten.

[19] Vgl. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), „Wie stellt man fest, ob Sie Demenz haben?“, pflege.gv.at, n.d, https://pflege.gv.at/wann-sollten-sie-zu-einer-abklaerung-gehen, 05.07.2024.

MINI-MENTAL-STATUS-TEST (MMST)

DAUER CA. 10 MINUTEN

Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) wurde 1975 von Marshall F. Folstein, Susan E. Folstein und Paul R. McHugh eingeführt und gilt als der älteste und bekannteste kognitive Screening-Test. Der Test wird heute meist von geschultem Personal in Arztpraxen oder Krankenhäusern durchgeführt und erfordert normalerweise nur 10 bis 15 Minuten.

Der MMST wird verwendet, um das Vorhandensein von kognitiven Beeinträchtigungen, einschließlich Demenz, zu erkennen. Der Test besteht aus 30 Fragen und Aufgaben, die ein breites Spektrum kognitiver Funktionen abdecken, darunter Gedächtnis, Orientierung, Sprache und kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit.

Obwohl der MMST ein praktischer und weit verbreiteter Test ist, hat er auch einige Einschränkungen, einschließlich einer begrenzten Fähigkeit, leichte kognitive Störungen zu erkennen und unterschiedliche kulturelle und Bildungshintergründe zu berücksichtigen.

Der MMST besteht aus folgenden Teilbereichen:

  1. Orientierung: Hier werden Fragen gestellt, um die Orientierung in Bezug auf Zeit, Ort und Person zu überprüfen.
  2. Registrierung: Hier müssen drei Wörter kurzfristig im Gedächtnis behalten und später wiederholt werden.
  3. Aufmerksamkeit und Kalkulation: Hier werden einfache mathematische Probleme gestellt, die gelöst werden müssen.
  4. Gedächtnis: Hier werden Fragen gestellt, um das Kurzzeitgedächtnis zu überprüfen, und es wird gefragt, ob bestimmte Wörter von der Registrierungsaufgabe wiederholt werden können.
  5. Sprache: Hier werden Fragen gestellt, um die Fähigkeit des Probanden zu überprüfen, Wörter zu definieren und einfache Sätze zu bilden.
  6. Visuospatial: Hier werden Aufgaben gestellt, um die Fähigkeit des Probanden zu überprüfen, visuelle Muster und Formen zu erkennen.
Info
Geschlechterverhältnis

Frauen sind im Verhältnis zu Männern stärker von Demenz betroffen. Dies zeigt sich in zweierlei Hinsicht. Einerseits weisen sie Demenz selbst über ein hohes Lebensalter hinaus auf und erleben ein höheres Sterblichkeitsrisiko aufgrund der Krankheit. Andererseits übernehmenden sie weltweit ca. 70 % der Pflege betroffener Personen.

[24] Vgl. World Health Organisation (WHO), “Dementia”, who.int, n.d., https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/dementia, 05.07.2024.

DEMENZ-DETEKTIONS-TEST (DEMTECT)

DAUER CA. 10 MINUTEN

Der DemTect wurde im Jahr 2000 von den deutschen Neuropsycholog:innen Peter Kalbe, Monika Kessler, Klaus Calabrese, Stefan Smith und Matthias Brand entwickelt. Der DemTect besteht aus fünf Aufgaben, die verschiedene kognitive Fähigkeiten abdecken, einschließlich Gedächtnis, Sprache, Aufmerksamkeit, visuelle Wahrnehmung und Exekutivfunktionen. Der DemTect hat sich in verschiedenen Ländern als effektives Screening-Tool erwiesen und ist mittlerweile weltweit bekannt und anerkannt.

Dieser Spezialtest dauert in der Regel etwa 10 Minuten und sollte von einer/einem Gerontopsychiater:in oder Neurolog:in durchgeführt werden. Im Gegensatz zu anderen Tests zur Demenz-Diagnose ist der DemTect besonders empfindlich für die Erkennung von Demenz in der Frühphase und bei Menschen mit höherer Bildung.

Es gibt mehrere verschiedene Versionen des Demenz-Detektionstests, einschließlich des Mini-Cog-Tests und des Memory Impairment Screen (MIS). Bemängelt wird beim DemTect die fehlende visuell-konstruktive Komponente, die sich in anderen Demenz-Tests finden lässt.

Tipp
Sorgen teilen

Auch wenn es unangenehm scheint und Überwindung kostet, kann es eine enorme psychische Entlastung darstellen bei Verdacht einer Demenz Ihre Bedenken erstmals bei Angehörigen und Freund*innen anzusprechen. Bitten Sie diese darum zuzuhören und Ihre Situation nicht zu verharmlosen. Diese können ihre eigenen Sichtweisen mit Ihnen teilen und eine wertvolle Stütze innerhalb des Prozesses einer etwaigen Diagnostik darstellen.

[25] Vgl. Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, (BMSGPK), „Gedächtnisprobleme? Erkennen, abklären und Hilfe annehmen“, goeg.at,https://goeg.at/sites/goeg.at/files/inline-files/Ged%C3%A4chtnisprobleme.pdf, S. 1-31, hier: S.12.

MONTREAL-COGNITIVE-ASSESSMENT-TEST (MOCA-TEST)

DAUER CA. 10 MINUTEN

Der Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test) wurde im Jahr 1996 von Dr. Ziad Nasreddine und einem Team von Neurolog:innen und Neuropsycholog:innen an der McGill University in Montreal, Kanada, entwickelt.

MoCa-Test ist ähnlich dem DemTect dem MMST überlegen und ein umfassendes kognitives Screening-Tool, das entwickelt wurde, um bereits milde kognitive Beeinträchtigungen und sehr frühe Demenz-Stadien zu erkennen. Es dauert in der Regel etwa 10 bis 15 Minuten, um den MoCa-Test durchzuführen.

Der MoCa-Test besteht aus 30 Fragen und Aufgaben, die ein breites Spektrum kognitiver Funktionen abdecken, darunter Gedächtnis, Orientierung, Sprache, visuospatiale Fähigkeiten, Exekutive Funktionen, Konzentration und Abstraktionsvermögen. Je geringer die erreichte Punktzahl, desto stärker haben sich die kognitiven Funktionen verschlechtert.

Die folgenden Teilbereiche werden im MoCa-Test untersucht:

  1. Orientierung: Hier werden Fragen gestellt, um die Orientierung in Bezug auf Zeit, Ort und Person zu überprüfen.
  2. Namen: Hier müssen drei bekannte Personen benannt werden.
  3. Verbaler Fluß: Hier müssen Wörter, die aufeinanderfolgend genannt werden, in einer bestimmten Reihenfolge wiederholt werden.
  4. Visuospatiale Fähigkeiten: Hier werden Aufgaben gestellt, um die Fähigkeit des Probanden zu überprüfen, visuelle Muster und Formen zu erkennen.
  5. Konzentration: Hier müssen einfache Rechenaufgaben gelöst werden.
  6. Kurzzeitgedächtnis: Hier werden Fragen gestellt, um das Kurzzeitgedächtnis zu überprüfen, und es wird gefragt, ob bestimmte Wörter von vorherigen Aufgaben wiederholt werden können.
  7. Sprache: Hier werden Fragen gestellt, um die Fähigkeit der Probandin oder des Probanden zu überprüfen, Wörter zu definieren und einfache Sätze zu bilden.
  8. Executive Funktionen: Hier werden Aufgaben gestellt, um die Fähigkeit der Probandin oder des Probanden zu überprüfen, Probleme zu lösen und Entscheidungen zu treffen.
Info
MCI und Demenz

Ungefähr 15 % der Patienten und Patientinnen, bei denen eine leichte kognitive Störung (MCI – mild cognitive impairment) festgestellt wurde, entwickeln innerhalb eines Jahres eine Demenz. Eine „leichte kognitive Störung“ zeichnet sich u. a. anhand Merkmale ab, wie eine Beeinträchtigung bei sehr komplexen alltäglichen Aufgaben oder auch subjektiv empfundene Gedächtnisprobleme (oftmals bestätigt durch Angehörige).

[17] Vgl. Österreichische Alzheimer Gesellschaft „Vergesslichkeit als Warnsymptom“, alzheimer-gesellschaft.at, n. d., http://www.alzheimer-gesellschaft.at/informationen/wasist-alzheimer/vergesslichkeit-als-warnsymptom/, 05.07.2024.

UHRENTEST

DAUER CA. 5 MINUTEN

Der Uhrentest, auch bekannt als demenzspezifischer Uhrentest oder Zeitempfindungstest, ist ein vergleichsweise einfacher, aber wirksamer Test zur Überwachung von Demenz. Er wurde in den 1980er Jahren von Dr. Manos Tsakiris und Dr. Ziad Nasreddine an der McGill University in Montreal, Kanada, entwickelt.

Der Uhrentest besteht darin, dass eine Person die Darstellung einer Uhr auf ein Blatt Papier zeichnet und die Ziffern von 1 bis 12 auf dem Zifferblatt platziert. Die Person wird auch gebeten, die richtigen Zeiger für eine bestimmte Uhrzeit hinzuzufügen. Der Test bewertet dann die Fähigkeit der Person, die korrekte Uhrzeit darzustellen, und beurteilt ihr Verständnis für die Konzepte von Zeit und Raum.

Eine Studie aus dem Jahr 2005 fand heraus, dass die Ergebnisse des Uhrentests ein guter Indikator für die kognitive Funktion von Patient:innen mit Demenz sind. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2009 ergab, dass der Uhrentest eine gute Vorhersagekraft hat, um das Demenzstadium einer Patientin oder eines Patienten zu bestimmen.

Der Uhrentest ist ein wichtiger Indikator für die frühzeitige Diagnostik von Demenz, da er frühe Anzeichen von kognitiven Störungen erkennen kann. Er ist besonders nützlich, wenn er in Kombination mit anderen Tests und klinischen Befunden verwendet wird. Er ist zudem ein einfaches und kosteneffektives Instrument, das von medizinischem Fachpersonal oder Pflegekräften durchgeführt werden kann, ohne dass spezielle Ausrüstung oder Schulung erforderlich ist.

Tipp
Frühe Abklärung der Symptome

Sollten sich bei Ihnen selbst oder bei Ihren Angehörigen der Verdacht auf eine dementielle Erkrankung einstellen, ist es wesentlich, diese Bedenken so schnell wie möglich medizinisch abzuklären. So kann frühestmöglich eruier werden, welche Therapierungsmöglichkeiten in Frage kommen und wie dem Erkrankungsprozess am besten entgegengewirkt werden kann.

[26] Vgl. Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, (BMSGPK), „Gedächtnisprobleme? Erkennen, abklären und Hilfe annehmen“, goeg.at,https://goeg.at/sites/goeg.at/files/inline-files/Ged%C3%A4chtnisprobleme.pdf, S. 1-31, hier: S.12.

WIE WIRD DEMENZ VON ÄRZT:INNEN DIAGNOSTIZIERT?

Ärzt:innen diagnostizieren Demenz durch eine Kombination aus einer Anamnese, einer körperlichen Untersuchung, diversen kognitiven Tests und gegebenenfalls weiteren diagnostischen Tests. Sinnvoll ist die Abklärung durch eine Ärztin oder einen Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder Neurologie, idealerweise mit Kompetenzen im Bereich der Alterskrankheiten wie Gerontopsychiatrie oder Geriatrie.

Info
Der Weg zur Diagnose

Die erste Anlaufstelle bei Bedenken, an einer Demenz erkrankt zu sein, stellt Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin dar. Nach einer Untersuchung kann eine Überweisung zu einer Fachärztin bzw. einem Facharzt für Neurologie oder Psychiatrie folgen. Eine ärztliche Überweisung ist insofern sinnvoll, da vorab wichtige medizinische Informationen darin aufgezeichnet werden, die den Prozess im weiteren Diagnoseverlauf beschleunigen und erleichtern können.

[22] Vgl. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), „Wo bekommen Sie eine Diagnose?“, pflege.gv.at, n.d, https://pflege.gv.at/wobekommen-sie-eine-diagnose, 05.07.2024.

ÜBERBLICK

●      Anamnese: Die Ärztin oder der Arzt stellt Fragen zu den Symptomen, die beobachtet werden und untersucht die medizinische Geschichte, um andere mögliche Ursachen auszuschließen.

●      Körperliche Untersuchung: Die Ärztin oder der Arzt führt eine gründliche körperliche Untersuchung durch, um zu sehen, ob es eine körperliche Ursache für die Symptome gibt.

●      Kognitive Tests: Die Ärztin oder der Arzt führt kognitive Tests durch, wie z.B. den Mini-Mental-Status-Test (MMST) oder den Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test), um die kognitiven Funktionen zu überprüfen.

●      Bildgebende Untersuchungen: Die Ärztin oder der Arzt kann gegebenenfalls bildgebende Untersuchungen wie eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchführen, um andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen.

●      Laboruntersuchungen: Die Ärztin oder der Arzt kann gegebenenfalls auch Blut- oder Urintests durchführen, um weitere Ursachen auszuschließen.

Info
Ablauf der Untersuchung

Um eine Demenz feststellen zu können, werden unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt. Zu Beginn steht in der Regel ein Gespräch, an dem auch Angehörige teilnehmen können. Dann werden Blutbefunde kontrolliert, sowie der Blutdruck gemessen. Eventuell wird ein EKG des Herzens gemacht. Schließlich folgen Gedächtnistests, sowie möglicherweise eine Untersuchung des Gehirns in Form eines MRTs.

[20] Vgl. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), „Wie stellt man fest, ob Sie Demenz haben?“, pflege.gv.at, n.d, https://pflege.gv.at/wann-sollten-sie-zu-einer-abklaerung-gehen, 05.07.2024.

ANAMNESE

Die Anamnese umfasst die Befragung der Patientin oder des Patienten und ihrer oder seiner Angehörigen sowie eine gründliche körperliche Untersuchung:

BEFRAGUNG DER PATIENTIN ODER DES PATIENTEN

Es werden Fragen gestellt, um das kognitive Funktionsniveau, die Orientierung und das Gedächtnis zu beurteilen. Beispielsweise kann die Ärztin oder der Arzt fragen, wie die Patientin oder der Patient heißt, wo sie oder er wohnt, welches Datum heute ist und wie das Wetter ist.

BEFRAGUNG DER ANGEHÖRIGEN

Es werden Fragen zu den Verhaltens- und Funktionsänderungen der Patientin oder des Patienten gestellt, die die Angehörigen bemerkt haben. Dies kann einschließen, wie oft die Patientin oder der Patient vergisst, was sie oder er gerade tun wollte, ob sie oder er sich verläuft oder ob sie oder er Schwierigkeiten hat, gewöhnliche Aufgaben auszuführen.

ÜBERPRÜFUNG DER KRANKENGESCHICHTE

Es werden Informationen über vorherige Krankheiten, Medikamente und Überweisungen an andere Ärzt:innen gesammelt.

KÖRPERLICHE UNTERSUCHUNG

Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Patientin oder den Patienten auf Anzeichen von Krankheiten, die die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen können, wie z.B. Blutdruck, Herzfrequenz, Atmung und Reflexe.

TESTS UND UNTERSUCHUNGEN

Die Ärztin oder der Arzt führt weitere Tests durch, um die kognitiven Funktionen der Patientin oder des Patienten zu beurteilen, wie z.B. neurologische Tests, kognitiv-neuropsychologische Tests, bildgebende Verfahren wie CT oder MRI.

DIAGNOSTISCHE KRITERIEN

Hier werden die gesammelten Informationen zusammengeführt, um zu beurteilen, ob die Symptome den diagnostischen Kriterien für Demenz entsprechen.

KÖRPERLICHE UNTERSUCHUNG

Bei der körperlichen Untersuchung überprüft die Ärztin oder der Arzt die Patientin oder den Patienten auf körperliche Anzeichen, die eine Ursache für die kognitiven Einschränkungen sein können.

VITALZEICHEN

Es werden wichtige Vitalzeichen wie Puls, Blutdruck, Körpertemperatur und Atmung gemessen. Dies kann helfen, Anzeichen für eine körperliche Erkrankung zu erkennen, die die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen kann.

NEUROLOGISCHE UNTERSUCHUNG

Hier werden die Reflexe, die motorischen Fähigkeiten und die koordinierten Bewegungen untersucht. Dies kann Anzeichen für eine neurologische Erkrankung wie Parkinson oder Multiple Sklerose aufzeigen.

SINNESUNTERSUCHUNGEN

Es werden die Sinnesfähigkeiten überprüft, wie z.B. das Hören, Sehen und Tasten.

UNTERSUCHUNG DES HALS- UND KOPFBEREICHS

Es wird der Kopf und Nacken untersucht, um Anzeichen für eine Erkrankung wie eine Schädel-Hirn-Verletzung oder einen Schädelbasis-Tumor zu erkennen.

LABORUNTERSUCHUNGEN

Die Ärztin oder der Arzt führt Blut- und Urintests durch, um Anzeichen für körperliche Erkrankungen zu erkennen, die die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen können, wie z.B. Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, Vitaminmangel oder Infektionen.

ANDERE MEDIZINISCHE TESTS

Die Ärztin oder der Arzt kann weitere medizinische Tests durchführen, um Anzeichen für körperliche Erkrankungen zu erkennen, die die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen können, wie z.B. bildgebende Verfahren wie CT oder MRI, elektroenzephalographische Tests oder eine Lumbalpunktion.

KOGNITIVE TESTS

Bei den kognitiven Tests werden die kognitiven Fähigkeiten der Patientin oder des Patienten überprüft, um eine mögliche Demenz zu diagnostizieren oder auszuschließen.

MINI-MENTAL-STATUS-TEST (MMST)

Dies ist ein häufig verwendeter kognitiver Test, bei dem die Patientin oder der Patient Fragen zu ihrem oder seinem Gedächtnis, Sprache, Orientierung und kognitiven Fähigkeiten beantwortet.

COGNITIVE ASSESSMENT SCALE (CAS)

Dies ist ein umfassender kognitiver Test, bei dem die Patientin oder der Patient Aufgaben zu Gedächtnis, Sprache, Orientierung, visuell-räumlicher Wahrnehmung und praktischen Fähigkeiten ausführt.

MONTREAL-COGNITIVE-ASSESSMENT-TEST (MOCA-TEST)

Dies ist ein weiterer umfassenderer kognitiver Test, der ähnlich wie der CAS Aufgaben zu Gedächtnis, Sprache, Orientierung, visuell-räumlicher Wahrnehmung und praktischen Fähigkeiten beinhaltet.

TRAIL MAKING TEST (TMT)

Dies ist ein Test, bei dem die Patientin oder der Patient Zahlen und Buchstaben auf einem Blatt Papier in der richtigen Reihenfolge verbinden muss. Dies kann Anzeichen für kognitive Einschränkungen und Probleme mit Aufmerksamkeit und Planung zeigen.

BOSTON NAMING TEST

Dies ist ein Test, bei dem die Patientin oder der Patient möglichst viele Objekte aus einer Liste von Bildern benennen muss. Dies kann Anzeichen für Probleme mit der Sprache und dem Gedächtnis zeigen.

DIGIT SPAN TEST

Dies ist ein Test, bei dem die Patientin oder der Patient Zahlenreihen vorwärts und rückwärts auswendig lernen und wiederholen muss. Dies kann Anzeichen für Probleme mit dem Gedächtnis und Aufmerksamkeit zeigen.

VERBAL FLUENCY TEST

Dies ist ein Test, bei dem die Patientin oder der Patient innerhalb einer begrenzten Zeit so viele Wörter wie möglich aus einer bestimmten Kategorie benennen muss. Dies kann Anzeichen für Probleme mit der Sprache und dem Gedächtnis zeigen.

BILDGEBENDE UNTERSUCHUNGEN

Bildgebende Untersuchungen ermöglichen es Ärzt:innen, Veränderungen im Gehirn der Patientin oder des Patienten zu sehen und das Vorhandensein von Krankheiten oder Verletzungen zu bestimmen, die Demenz verursachen können. Zentral sind dabei die Schichtaufnahmen des Gehirns, welche einen Einblick in dessen Aufbau ermöglichen. Auch eine Bestimmung der Demenz-Form ist möglich.

COMPUTERTOMOGRAPHIE (CT)

Eine Computertomographie ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem Röntgenstrahlen verwendet werden, um Bilder des Gehirns zu erstellen. Dies kann helfen, Veränderungen im Gehirn zu identifizieren, die auf eine Demenz hinweisen können.

MAGNETRESONANZTOMOGRAPHIE (MRT)

Eine Magnetresonanztomographie ist ein bildgebendes Verfahren, das starke Magnetfelder und Radiowellen verwendet, um Bilder des Gehirns zu erstellen. Dies ist eine sehr präzise Methode, um Veränderungen im Gehirn zu identifizieren und kann helfen, die Art der Demenz zu bestimmen.

POSITRONEN-EMISSIONS-TOMOGRAPHIE (PET)

Eine Positronen-Emissions-Tomographie ist ein neueres Verfahren, das radioaktive Substanzen und spezielle Kameras verwendet, um Bilder des Gehirns zu erstellen. Dies kann helfen, Veränderungen im Gehirn zu identifizieren, die auf eine Demenz hinweisen können, und kann auch dabei helfen, die Art der Demenz zu bestimmen.

SINGLE PHOTON EMISSION COMPUTED TOMOGRAPHY (SPECT)

Eine Single Photon Emission Computed Tomography ist ein neueres Verfahren, das radioaktive Substanzen und spezielle Kameras verwendet, um Bilder des Gehirns zu erstellen. Dies kann helfen, Veränderungen im Gehirn zu identifizieren, die auf eine Demenz hinweisen können.

LABORUNTERSUCHUNGEN

Laboruntersuchungen können helfen, andere Erkrankungen oder Störungen zu erkennen, die ähnliche Symptome wie Demenz aufweisen:

BLUTUNTERSUCHUNGEN

Blutuntersuchungen können helfen, bestimmte Bedingungen zu erkennen, die eine Demenz verursachen können, wie zum Beispiel Vitamin- oder Mineralstoffmängel, Infektionen sowie Nieren- oder Lebererkrankungen.

TESTS AUF HORMONELLE STÖRUNGEN

Hormone wie Schilddrüsenhormone können die kognitiven Funktionen beeinflussen und ähnliche Symptome wie bei einer Demenz verursachen. Ein Bluttest kann helfen, diese hormonellen Störungen zu erkennen.

TESTS AUF VITAMIN- UND MINERALSTOFFMÄNGEL

Vitamin- und Mineralstoffmängel können zu kognitiven Funktionsstörungen und demenzähnlichen Symptomen führen. Ein Bluttest kann helfen, diese Mängel zu erkennen.

TESTS AUF INFEKTIONEN

Infektionen wie HIV oder Lyme-Borreliose können demenzähnliche Symptome verursachen. Ein Bluttest kann helfen, Infektionen zu erkennen.

TESTS AUF AUTOIMMUNKRANKHEITEN

Autoimmunkrankheiten wie Lupus können demenzähnliche Symptome verursachen. Ein Bluttest kann helfen, Autoimmunkrankheiten zu erkennen.

Tipp
Vorbereitung auf „Verschwinden“

Manche Menschen mit Demenz zeigen einen starken Bewegungsdrang in dessen Rahmen sie auch das Zuhause verlassen. In solchen Fällen ist es hilfreich vorbereitet zu sein und vorab zu planen, wie Sie im Notfall vorgehen und welche Dokumente benötigt werden. Es kann auch sinnvoll sein, die Nachbarschaft über die Erkrankung zu informieren.

[31] Vgl. Bundeskriminalamt, „EIN MENSCH MIT DEMENZ WIRD VERMISST. WAS TUN? RATSCHLÄGE FÜR ANGEHÖRIGE UND BETROFFENE“, n.d., https://www.bundeskriminalamt.at/404/files/Info_Angehoerige_demenzkanker_Mensch en.pdf, 05.07.2024.

[32] Vgl. Bundeskriminalamt, „Vorbereitung auf einen möglichen Vermisstenfall“, n.d., https://www.bundeskriminalamt.at/404/files/KAP_Vorbereitung_auf_einen_moeglichen _Vermisstenfall_042022.pdf, 05.07.2024.

WANN SOLLTE MAN SICH PROFESSIONELLE HILFE SUCHEN?

Es gibt zahlreiche Symptome, die auf eine dementielle Erkrankung hindeuten können. Allerdings gibt es kein einzelnes Krankheitszeichen, welches eindeutig auf eine Demenz schließen lässt.

Wenn man erste Anzeichen bei sich selbst oder einem geliebten Menschen bemerkt, sollte man eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen und eine Abklärung der Symptome durchführen lassen.

Tipp
Ärzte- und Ärztinnensuche

Besonders bei Demenz hat das Vertrauensverhältnis zu Ihrer behandelnden Ärztin bzw. Ihrem behandelnden Arzt einen hohen Stellenwert. Scheuen Sie sich also nicht, (soweit es Ihnen möglich ist) ein wenig länger nach der passenden Ärztin oder dem passenden Arzt zu suchen, bei der/dem Sie sich auch wirklich aufgehoben fühlen.

[27] Vgl. Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, (BMSGPK), „Gedächtnisprobleme? Erkennen, abklären und Hilfe annehmen“, goeg.at,https://goeg.at/sites/goeg.at/files/inline-files/Ged%C3%A4chtnisprobleme.pdf, S. 1-31, hier: S.12.

Unabhängig davon, ob das Frühstadium einer Demenz diagnostiziert wird oder nicht, kann eine frühzeitige Abklärung der Symptome dazu beitragen, dass man selbst oder die betroffene Person eine frühzeitige Behandlung und die bestmögliche Pflege erhält.

Einige charakteristische Symptome, bei denen man sich professionelle Hilfe suchen sollte, sind:

●      Vergesslichkeit: Es treten über einen längeren Zeitraum Schwierigkeiten auf, sich an Namen, Daten, Orte oder Termine zu erinnern. Das Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht mehr so verlässlich wie gewohnt.

●      Veränderungen des Verhaltens und der Persönlichkeit: Es werden Schwankungen im Verhalten oder in der Persönlichkeit beobachtet, wie z.B. Aggressivität, Ängstlichkeit, Desorientierung oder Verwirrung, die nicht zum normalen Charakter passen. Eine plötzliche Persönlichkeitsänderung kann sich auch in plötzlich auftretenden Misstrauen äußern.

●      Orientierungslosigkeit und Schwierigkeiten bei alltäglichen Aktivitäten: Die Orientierung in der gewohnten Umgebung sowie die Ausführung alltäglicher Aktivitäten wie Kochen, Einkaufen oder Reinigen werden eine zunehmende Herausforderung.

●      Veränderungen in der Sprache: Es entstehen Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden oder sich verständlich auszudrücken trotz intakter Funktion von Zunge und Kehlkopf (=Wortfindungs- und Sprachstörung). Auch die Erwähnung neuer, nicht existierender Wörter kann als Hinweis dienen.

●      Depression: Die Anzeichen einer Depression bzw. einer Altersdepression können sich mit den Symptomen einer Demenz überschneiden. Bei einer depressiven Erkrankung kommt es zu einer psychischen und körperlichen Verlangsamung (= “Pseudodemenz”), die Ähnlichkeiten mit einer Demenzerkrankung besitzt. Des Weiteren kann eine Depression aber auch die Entwicklung einer Demenz begünstigen. Wichtig ist daher eine zeitnahe Abgrenzung der Symptome und Heilung der Depression.

●      Verlust der Sinne: Vermeintliche Sehstörungen sowie der unvorhergesehene Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns können auf eine Demenz hindeuten.

●      Halluzinationen und Paranoia: Halluzinationen und Paranoia äußern sich zum Beispiel in Form von Wahnvorstellungen. Betroffene unterstellen anderen (oder ihnen vertrauten) Personen z.B. gestohlen zu haben.

●      Antriebslosigkeit und freudloses Verhalten: Es zeigen sich zunehmend Merkmale der Energielosigkeit und Bedrücktheit. Betroffene haben weniger Kontakt zu anderen Mitmenschen, gehen seltener ihren Freizeitbeschäftigungen oder Hobbies nach und vermeiden größere Entfernungen von zu Hause zu unternehmen.

Wenn Sie eine dieser Anzeichen bemerken, sollten Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine spezialisierte Einrichtung wenden. In Österreich können Sie sich zudem an folgende Orte wenden, um eine Diagnose und Unterstützung zu erhalten:

●      Hausärztin oder Hausarzt: Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt ist ein:e gute:r Ansprechpartner:in, wenn Anzeichen einer Demenzerkrankung vorliegen. Sie oder er kann auf Demenz-Tests verweisen und beraten, wie man weitere Unterstützung erhalten kann.

●      Neurologin oder Neurologe: Ein:e Neurologie-Spezialist:in kann eine umfassende Diagnostik durchführen und erklären, was die Ursachen für die Symptome sein können.

●      Kliniken und Pflegeheime: In Österreich gibt es spezielle Kliniken und Pflegeheime, die sich auf Demenzpatienten spezialisiert haben. Diese Einrichtungen bieten eine breite Palette an Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten sowie eine 24-Stunden-Betreuung.

●      Demenzberatungsstellen: Es gibt auch spezialisierte Beratungsstellen in Österreich, die Patient:innen und ihre Angehörigen über Demenz informieren und unterstützen. Diese Stellen können helfen, eine Diagnose zu erhalten, Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen und bei der Suche nach weiteren Unterstützungsangeboten unterstützt zu werden.

Tipp
Umgang mit „Fehlern“

Oftmals geschehen an Demenz erkrankten Personen Ungeschicklichkeiten im Alltag. Egal ob man selbst betroffen ist, oder es sich um Angehörige handelt – hier ist es wichtig, sich den Zusammenhang mit der Erkrankung vor Augen zu halten. Achten Sie aktiv darauf nicht ständig auf Fehler aufmerksam zu machen oder eine zu kritische Herangehensweise an den Tag zu legen.

[28] Vgl. Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, (BMSGPK), „Gedächtnisprobleme? Erkennen, abklären und Hilfe annehmen“, goeg.at,https://goeg.at/sites/goeg.at/files/inline-files/Ged%C3%A4chtnisprobleme.pdf, S. 1-31, hier: S.26.

WAS SOLLTE MAN ALS ANGEHÖRIGE:R TUN, WENN MAN DEMENZ VERMUTET?

Besteht die Vermutung, dass eine geliebte Person an Demenz leidet, gibt es einige Schritte, die man als Angehörige:r unternehmen kann, um ihn oder ihr bei der Diagnose und Bewältigung der Demenz zu unterstützen. Hier sind einige Empfehlungen:

Tipp
Bereitlegen von Telefonnummern

Unabhängig davon, ob Sie oder eine:r Ihrer Angehörigen an Demenz erkrankt ist, sollten Notfallnummern bereit liegen. Achten Sie darauf, dass sich diese an einem fixen Platz befinden und gut lesbar sind. So kann in einer Notfallsituation rasch gehandelt und die richtige Person oder Institution kontaktiert werden.

●      Gespräch mit der oder dem Betroffenen: Sprechen Sie mit der betroffenen Person über Ihre Bedenken und fragen Sie sie nach ihren Symptomen und Sorgen.

●      Arztbesuch: Begleiten Sie die betroffene Person zu einer Ärztin oder einem Arzt, um eine offizielle Diagnose zu erhalten und mögliche Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen. In erster Linie sollte eine Hausärztin oder ein Hausarzt aufgesucht werden.

●      Unterstützung: Unterstützen Sie die betroffene Person und ihre Familie bei der Bewältigung der Herausforderungen, die mit Demenz einhergehen, wie z.B. Organisation von medizinischen Terminen und Pflegebedürfnissen.

●      Informieren Sie sich: Informieren Sie sich über Demenz und die verfügbaren Ressourcen, um besser auf die Bedürfnisse der betroffenen Person eingehen zu können.

●      Pflegebedürfnisse: Überlegen Sie, ob Sie oder ein anderes Familienmitglied in der Lage sind, die betroffene Person zu pflegen, und besprechen Sie ggf. professionelle Pflegeoptionen.

Kosten für die Demenzpflege pro Person (US $) nach Weltregion (2019)
WHO-Region Medizinische Kosten Soziale Kosten Informelle Kosten Gesamtkosten
Afrikanische Region 226 519 7 457 8 202
Amerikanische Region 7 247 12 152 16 102 35 501
Region Süd-Ost Asien 1 147 462 2 043 3 651
Region Europa 3 624 13 128 14 393 31 144
Ost-Mediterrane Region 384 720 12 323 13 428
Westpazifische Region 3 934 6 640 11 316 21 890
[34] Vgl. World Health Organisation (WHO), Global status report on the public health response to dementia”, iris.who.int., 2021,
https://iris.who.int/bitstream/handle/10665/344701/9789240033245- eng.pdf?sequence=1, S. 01-250, hier: S. 50, 05.07.2024.

Tipp
Körpersprache

Bei der Auseinandersetzung mit an Demenz erkrankten Personen ist nicht nur die verbale Kommunikation entscheidend. Auch eine Körpersprache, die Sicherheit und Klarheit vermittelt, kann den Umgang mit Betroffenen verbessern. Die ”körperliche” Kommunikation auf Augenhöhe (z.B. im Sitzen) sowie die bewusste Kontrolle des Gesichtsausdrucks kann Freundlich- und Zugänglichkeit kommunizieren.

[29] Vgl. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), „Wie können Angehörige den Alltag mit Betroffenen gestalten?“, pflege.gv.at, n.d, https://pflege.gv.at/wie-koennen-angehoerige-den-alltag-mit-betroffenengestalten, 05.07.2024.

WELCHE PROBLEME UND HERAUSFORDERUNGEN GIBT ES BEI DEMENZ-TESTS?

Bei psychometrischen Tests wie dem Mini-Mental-Status-Test oder dem Uhrentest können einige Probleme auftreten, die die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Demenz-Diagnose beeinträchtigen können.

Dies beruht einerseits auf der Tatsache, dass es zahlreiche Erkrankungen gibt, die ähnliche Symptome wie Demenz aufweisen und hierdurch eine gewisse Verwechslungsgefahr besteht. Zum anderen ist die Definition der konkreten Demenz-Form im Rahmen einfacher Testverfahren oft nicht eindeutig. Auch können durch das Ausbleiben einer umfassenden medizinischen Untersuchung wichtige Faktoren übersehen oder fehlinterpretiert werden und die ohnehin emotional belastende Phase der Demenz-Diagnose erschwert werden.

Zu den häufigsten Herausforderungen für Demenz-Tests zählen somit:

●      Fehlinterpretation von Symptomen: Demenz kann ähnliche Symptome wie andere neurologische Erkrankungen aufweisen, wie z.B. Depression, Delir oder Schlafstörungen. Daher ist es wichtig, dass die Ärztin oder der Arzt auch andere mögliche Ursachen für die Symptome in Betracht zieht, bevor sie oder er eine Demenz-Diagnose stellt.

●      Fehlerhafte Diagnose der Demenz-Form: Demenz-Tests sind keine perfekten Werkzeuge und es besteht immer das Risiko von (menschlichen) Fehlern bei der Durchführung der Tests. Zwischen den über 50 verschiedenen anerkannten Demenz-Formen bestehen außerdem zum Teil nur geringfügige Unterschiede zwischen den Krankheitsbildern. Dies erschwert die Diagnose zusätzlich.

●      Verzögerte Diagnose: Demenz kann langsam fortschreiten und die ersten Symptome können leicht übersehen werden. Daher kann es vorkommen, dass eine Demenz erst spät diagnostiziert wird, wenn bereits schwerwiegende Beeinträchtigungen vorliegen.

●      Emotionale Belastung: Demenz-Tests können für die Patientin oder den Patienten und ihre oder seine Familie emotional belastend sein, da sie sich Sorgen um die möglichen Auswirkungen einer Diagnose machen können.

Tatsache ist, dass Demenz-Tests nicht perfekt sind und dass immer das Risiko von Fehlern oder Verzögerungen bei der Diagnose besteht. Daher ist es umso wichtiger, dass eine Ärztin oder ein Arzt eine gründliche medizinische Untersuchung durchführt und auch andere mögliche Ursachen für die Symptome in Betracht zieht, um eine zuverlässige Diagnose zu stellen.

Info
Zukunftsprognosen

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es derzeit weltweit über 55 Millionen Menschen, die an Demenz leiden. Jährlich kommen etwa 10 Millionen neue Fälle hinzu. Ohne Fortschritte in der Behandlung und Prävention wird erwartet, dass die Zahl der Erkrankten bis 2030 weltweit auf rund 78 Millionen anwächst, und bis 2050 könnte sie sogar 139 Millionen erreichen.

[23] Vgl. Alzheimer Forschung Initiative e.V., „Weltweit 55 Millionen Demenzkranke (2023)“, alzheimer-forschung.de, 31.03.2023, https://www.alzheimer forschung.de/aktuelles/meldung/demenzkranke-weltweit/, 05.07.2024.

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Österreichische Alzheimer Gesellschaft

[1] Vgl. Österreichische Alzheimer Gesellschaft „Gedächtnisfunktion normal“, alzheimer-gesellschaft.at, n. d., http://www.alzheimergesellschaft.at/informationen/gedaechtnisfunktion-normal/, 05.07.2024.

[6] Vgl. Österreichische Alzheimer Gesellschaft „Depressionsbedingte Vergesslichkeit“, alzheimer-gesellschaft.at, n. d., http://www.alzheimergesellschaft.at/informationen/weitere-demenzursachen/depression/, 05.07.2024.

[7] Vgl. Österreichische Alzheimer Gesellschaft „Risikofaktoren & Prävention“, alzheimer-gesellschaft.at, n. d., http://www.alzheimergesellschaft.at/informationen/was-ist-alzheimer/risikofaktoren-praevention/, 05.07.2024.

[17] Vgl. Österreichische Alzheimer Gesellschaft „Vergesslichkeit als Warnsymptom“, alzheimer-gesellschaft.at, n. d., http://www.alzheimer-gesellschaft.at/informationen/wasist-alzheimer/vergesslichkeit-als-warnsymptom/, 05.07.2024.

[22] Vgl. Österreichische Alzheimer Gesellschaft „Zahlen & Statistik“, alzheimergesellschaft.at, n. d.,http://www.alzheimer-gesellschaft.at/informationen/zahlenstatistik/05.07.2024.

BMSGPK

[3] Vgl. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), „Österreichischer Demenzbericht“, sozialministerium.at, 28.01.2020, https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Nicht-uebertragbareKrankheiten/Demenz/%C3%96sterreichischer-Demenzbericht.html, 05.07.2024.

[4] Vgl. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), , „Vorsorgemöglichkeiten und Erwachsenenschutz“ , pflege.gv.at, n.d., https://pflege.gv.at/vorsorgemoeglichkeiten-und-erwachsenenschutz-demenz, 05.07.2024.

[18] Vgl. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), „Wann sollten Sie zu einer Abklärung gehen?“, pflege.gv.at, 16.05.2023, https://pflege.gv.at/wann-sollten-sie-zu-einer-abklaerung-gehen, 05.07.2024.

[19/20] Vgl. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), „Wie stellt man fest, ob Sie Demenz haben?“, pflege.gv.at, n.d, https://pflege.gv.at/wann-sollten-sie-zu-einer-abklaerung-gehen, 05.07.2024.

[22] Vgl. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), „Wo bekommen Sie eine Diagnose?“, pflege.gv.at, n.d, https://pflege.gv.at/wobekommen-sie-eine-diagnose, 05.07.2024.

[29] Vgl. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), „Wie können Angehörige den Alltag mit Betroffenen gestalten?“, pflege.gv.at, n.d, https://pflege.gv.at/wie-koennen-angehoerige-den-alltag-mit-betroffenengestalten, 05.07.2024.

[12] Vgl. Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, (BMSGPK), „Gedächtnisprobleme? Erkennen, abklären und Hilfe annehmen“, goeg.at,https://goeg.at/sites/goeg.at/files/inline-files/Ged%C3%A4chtnisprobleme.pdf, S. 1-31, hier: S.22.

[25/26/27] Vgl. Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, (BMSGPK), „Gedächtnisprobleme? Erkennen, abklären und Hilfe annehmen“, goeg.at,https://goeg.at/sites/goeg.at/files/inlinefiles/Ged%C3%A4chtnisprobleme.pdf, S. 1-31, hier: S. 12.

[28] Vgl. Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, (BMSGPK), „Gedächtnisprobleme? Erkennen, abklären und Hilfe annehmen“, goeg.at,https://goeg.at/sites/goeg.at/files/inline-files/Ged%C3%A4chtnisprobleme.pdf, S. 1-31, hier: S. 26.

Deutsche Alzheimer Gesellschaft

[2] Vgl. Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., „Die Alzheimer-Krankheit“, deutschealzheimer.de, n.d., https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/die-alzheimerkrankheit, 05.07.2024.

[8,9,10,11] Vgl. Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., „Umgang und Kommunikation“, deutsche-alzheimer.de, n.d., https://www.deutsche-alzheimer.de/mit-demenzleben/umgang-und-kommunikation, 05.07.2024.

WHO

[15/16/33/34] Vgl. World Health Organisation (WHO), Global status report on the public health response to dementia”, iris.who.int., 2021, https://iris.who.int/bitstream/handle/10665/344701/9789240033245- eng.pdf?sequence=1, 05.07.2024.

[24] Vgl. World Health Organisation (WHO), “Dementia”, who.int, n.d., https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/dementia, 05.07.2024.

Bundeskriminalamt

[31] Vgl. Bundeskriminalamt, „EIN MENSCH MIT DEMENZ WIRD VERMISST. WAS TUN? RATSCHLÄGE FÜR ANGEHÖRIGE UND BETROFFENE“, n.d., https://www.bundeskriminalamt.at/404/files/Info_Angehoerige_demenzkanker_Mensch en.pdf, 05.07.2024.

[32] Vgl. Bundeskriminalamt, „Vorbereitung auf einen möglichen Vermisstenfall“, n.d., https://www.bundeskriminalamt.at/404/files/KAP_Vorbereitung_auf_einen_moeglichen _Vermisstenfall_042022.pdf, 05.07.2024.

Sonstige

[5] Vgl. Donau Universität Krems et al., ”Wie viele Menschen mit Demenz leben in österreichischen Pflegeheimen?“, alzheimerhilfe.at, 2017, https://www.alzheimerhilfe.at/wpcontent/uploads/2021/04/MHoefler_Oegp2018_Poster.pdf, 05.07.2024.

[13] Demenz Selbsthilfe Austria, demenzselbsthilfeaustria.at, https://www.demenzselbsthilfeaustria.at/, 05.07.2024.

[14] Vgl. Alzheimer’s Disease International (ADI), „Dementia statistics“, alzint.org., n.d., https://www.alzint.org/about/dementia-facts-figures/dementia-statistics/, 05.07.2024. [23] Vgl. Alzheimer Forschung Initiative e.V., „Weltweit 55 Millionen Demenzkranke (2023)“, alzheimer-forschung.de, 31.03.2023, https://www.alzheimer forschung.de/aktuelles/meldung/demenzkranke-weltweit/, 05.07.2024.

[35] Vgl. Institut für höhere Studien Wien (IHS), „IHS-Studie zu Kosten von Demenz in Österreich veröffentlicht„, ihs.at, 27.12.2021, https://www.ihs.ac.at/de/about/publicrelations/press-releases/ihs-studie-zu-kosten-von-demenz-in-oesterreichveroeffentlicht/, 05.07.2024.

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