Demenz Test

Eine ältere Dame hält sich die Stirn, als hätte sie etwas vergessen.
Kategorien: Krankheiten, Medizinische Versorgung und Therapien

Einleitung

Demenz, eine komplexe neurologische Erkrankung, die sich in vielfältigen Symptomen wie Gedächtnisverlust, Orientierungsschwierigkeiten und Veränderungen im Verhalten äußert, stellt eine wachsende Herausforderung für die Gesundheitsversorgung dar. Die Früherkennung von Demenz ist entscheidend, da sie eine rechtzeitige medizinische Intervention und die Anpassung von Betreuungsstrategien ermöglicht. Demenztests spielen hierbei eine zentrale Rolle. Sie umfassen eine Reihe von diagnostischen Verfahren und kognitiven Bewertungen, die darauf abzielen, das Vorliegen und das Ausmaß kognitiver Beeinträchtigungen zu beurteilen.

Wie kann getestet werden, ob man Demenz hat?

Den Namen einer prominenten Person schon wieder vergessen?

Das Datum eines wichtigen Meetings abermals verwechselt?

Besteht vielleicht die Befürchtung, dass das Gedächtnis etwas nachgelassen hat? Im Alter lassen die geistigen Fähigkeiten bei vielen Menschen normalerweise etwas nach. Eine starke Ausprägung von Vergesslichkeit kann aber auch ein wichtiger Hinweis auf eine demenzielle Erkrankung sein.

Demenz ist eine fortschreitende kognitive Störung, die sich auf die kognitiven Funktionen einer Person wie Gedächtnis, Kommunikation, Orientierung und Konzentration auswirkt. Je früher die Diagnose einer demenziellen Erkrankung erfolgt, desto effizienter kann man Maßnahmen ergreifen, um die Progression der Demenz zu verlangsamen. Wenn die leise Vermutung besteht, an Demenz erkrankt zu sein, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese abzuklären und von den Vorteilen der Früherkennung beim Krankheitsmanagement zu profitieren.

Zunächst ist es wichtig, eine Ärztin oder einen Arzt (Hausärztin / Hausarzt, Fachärztin / Facharzt) aufzusuchen, um eine medizinische Diagnose zu stellen. Eine Ärztin oder ein Arzt kann eine körperliche Untersuchung, eine Anamnese und gegebenenfalls bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie durchführen, um das Vorliegen einer körperlichen Ursache der Symptome zu ermitteln.

Darüber hinaus gibt es bekannte Selbsttests, wie z.B. der Mini-Mental-Status-Test (MMST), der Uhrentest, der Demenz-Detektions-Test (DemTect) und der Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test). Diese Tests bewerten Fähigkeiten wie Gedächtnis, Sprache, Orientierung sowie kognitive Fähigkeiten und können bei der Erkennung von Frühwarnzeichen und der Diagnose von Demenz helfen.

Welche Selbsttests für Demenz gibt es?

Neben den von einer Ärztin oder einem Arzt durchgeführten medizinischen Untersuchungen gibt es eine Reihe von Tests, die man selbst durchführen kann, um potentielle Hinweise eines nachlassenden Denk- und Erinnerungsvermögens zu erkennen. Auch die langsame Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten kann anhand der Tests erfasst werden. Man spricht auch von sogenannten “psychometrischen Demenz-Tests”.

Psychometrische Tests stellen weder 100-%ig verlässliche Testverfahren, noch eine Ersatzmöglichkeit für eine sichere fachärztliche Untersuchung dar. Dennoch können Demenz-Tests bestimmte Kriterien abfragen und Hinweise aufzeigen, die auf eine Demenzerkrankung schließen lassen können.

Die geläufigsten psychometrischen Demenz-Tests sind der Mini-Mental-Status-Test (MMST), der Uhrentest, der Demenz-Detektions-Test (DemTect) und der Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test). Obwohl diese Testverfahren zwar selbstständig durchgeführt werden können (= Selbsttest), wird dennoch dazu geraten, dies einer/einem ausgebildeten Expert:in (z.B. Neurolog:in) zu überlassen.

Wichtig: Die Person sollte während der Durchführung der Tests nicht gestört werden, damit dieser aussagekräftige Ergebnisse liefert. Außerdem ist es wichtig, dass alle notwendigen Hilfsmittel, einschließlich Lesebrillen oder Hörgeräte, während der Untersuchung getragen werden.

Mini- Mental-Status-Test (MMST)

Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) gilt als der älteste und bekannteste kognitive Screening-Test. Der Test wird heute meist von geschultem Personal in Arztpraxen oder Krankenhäusern durchgeführt und erfordert normalerweise nur 10 bis 15 Minuten. [1]

Der MMST wird verwendet, um das Vorhandensein von kognitiven Beeinträchtigungen, einschließlich Demenz, zu erkennen. Der Test besteht aus 30 Fragen und Aufgaben, die ein breites Spektrum kognitiver Funktionen abdecken, darunter Gedächtnis, Orientierung, Sprache und kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit. [1]

Obwohl der MMST ein praktischer und weit verbreiteter Test ist, hat er auch einige Einschränkungen, einschließlich einer begrenzten Fähigkeit, leichte kognitive Störungen zu erkennen und unterschiedliche kulturelle und Bildungshintergründe zu berücksichtigen.

Der MMST besteht aus folgenden Teilbereichen:

  • Orientierung: Hier werden Fragen gestellt, um die Orientierung in Bezug auf Zeit, Ort und Person zu überprüfen.
  • Registrierung: Hier müssen drei Wörter kurzfristig im Gedächtnis behalten und später wiederholt werden.
  • Aufmerksamkeit und Kalkulation: Hier werden einfache mathematische Probleme gestellt, die gelöst werden müssen.
  • Gedächtnis: Hier werden Fragen gestellt, um das Kurzzeitgedächtnis zu überprüfen, und es wird gefragt, ob bestimmte Wörter von der Registrierungsaufgabe wiederholt werden können.
  • Sprache: Hier werden Fragen gestellt, um die Fähigkeit des Probanden zu überprüfen, Wörter zu definieren und einfache Sätze zu bilden.
  • Visuospatial: Hier werden Aufgaben gestellt, um die Fähigkeit des Probanden zu überprüfen, visuelle Muster und Formen zu erkennen.

Demenz-Detektions-Test (DEMTECT)

Der DemTect besteht aus fünf Aufgaben, die verschiedene kognitive Fähigkeiten abdecken, einschließlich Gedächtnis, Sprache, Aufmerksamkeit, visuelle Wahrnehmung und Exekutivfunktionen. Der DemTect hat sich in verschiedenen Ländern als effektives Screening-Tool erwiesen und ist mittlerweile weltweit bekannt und anerkannt.

Dieser Spezialtest dauert in der Regel etwa 10 Minuten und sollte von einer/einem Gerontopsychiater:in oder Neurolog:in durchgeführt werden. Im Gegensatz zu anderen Tests zur Demenz-Diagnose ist der DemTect besonders empfindlich für die Erkennung von Demenz in der Frühphase und bei Menschen mit höherer Bildung. [2]

Es gibt mehrere verschiedene Versionen des Demenz-Detektionstests, einschließlich des Mini-Cog-Tests und des Memory Impairment Screen (MIS). Bemängelt wird beim DemTect die fehlende visuell-konstruktive Komponente, die sich in anderen Demenz-Tests finden lässt.

Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MOCA-Test)

Der MoCa-Test ist ähnlich dem DemTect dem MMST überlegen und ein umfassendes kognitives Screening-Tool, das entwickelt wurde, um bereits milde kognitive Beeinträchtigungen und sehr frühe Demenz-Stadien zu erkennen. Es dauert in der Regel etwa 10 bis 15 Minuten, um den MoCa-Test durchzuführen. [3]

Der MoCa-Test besteht aus 30 Fragen und Aufgaben, die ein breites Spektrum kognitiver Funktionen abdecken, darunter Gedächtnis, Orientierung, Sprache, visuospatiale Fähigkeiten, Exekutive Funktionen, Konzentration und Abstraktionsvermögen. Je geringer die erreichte Punktzahl, desto stärker haben sich die kognitiven Funktionen verschlechtert. [3]

Die folgenden Teilbereiche werden im MoCa-Test untersucht:

  1. Orientierung: Hier werden Fragen gestellt, um die Orientierung in Bezug auf Zeit, Ort und Person zu überprüfen
  2. Namen: Hier müssen drei bekannte Personen benannt werden.
  3. Verbaler Fluß: Hier müssen Wörter, die aufeinanderfolgend genannt werden, in einer bestimmten Reihenfolge wiederholt werden.
  4. Visuospatiale Fähigkeiten: Hier werden Aufgaben gestellt, um die Fähigkeit des Probanden zu überprüfen, visuelle Muster und Formen zu erkennen.
  5. Konzentration: Hier müssen einfache Rechenaufgaben gelöst werden.
  6. Kurzzeitgedächtnis: Hier werden Fragen gestellt, um das Kurzzeitgedächtnis zu überprüfen, und es wird gefragt, ob bestimmte Wörter von vorherigen Aufgaben wiederholt werden können.
  7. Sprache: Hier werden Fragen gestellt, um die Fähigkeit der Probandin oder des Probanden zu überprüfen, Wörter zu definieren und einfache Sätze zu bilden.
  8. Executive Funktionen: Hier werden Aufgaben gestellt, um die Fähigkeit der Probandin oder des Probanden zu überprüfen, Probleme zu lösen und Entscheidungen zu treffen.

Uhrentest

Der Uhrentest, auch bekannt als demenzspezifischer Uhrentest oder Zeitempfindungstest, ist ein vergleichsweise einfacher, aber wirksamer Test zur Überwachung von Demenz.

Der Uhrentest besteht darin, dass eine Person die Darstellung einer Uhr auf ein Blatt Papier zeichnet und die Ziffern von 1 bis 12 auf dem Zifferblatt platziert. Die Person wird auch gebeten, die richtigen Zeiger für eine bestimmte Uhrzeit hinzuzufügen. Der Test bewertet dann die Fähigkeit der Person, die korrekte Uhrzeit darzustellen, und beurteilt ihr Verständnis für die Konzepte von Zeit und Raum. [4]

Der Uhrentest ist ein wichtiger Indikator für die frühzeitige Diagnostik von Demenz, da er frühe Anzeichen von kognitiven Störungen erkennen kann. Er ist besonders nützlich, wenn er in Kombination mit anderen Tests und klinischen Befunden verwendet wird. Er ist zudem ein einfaches und kosteneffektives Instrument, das von medizinischem Fachpersonal oder Pflegekräften durchgeführt werden kann, ohne dass spezielle Ausrüstung oder Schulung erforderlich ist.

Wie wird Demenz von Ärzt:innen diagnostiziert?

Ärzt:innen diagnostizieren Demenz durch eine Kombination aus einer Anamnese, einer körperlichen Untersuchung, diversen kognitiven Tests und gegebenenfalls weiteren diagnostischen Tests. Sinnvoll ist die Abklärung durch eine Ärztin oder einen Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder Neurologie, idealerweise mit Kompetenzen im Bereich der Alterskrankheiten wie Gerontopsychiatrie oder Geriatrie.

Stethoskop

Überblick

  • Anamnese: Die Ärztin oder der Arzt stellt Fragen zu den Symptomen, die beobachtet werden und untersucht die medizinische Geschichte, um andere mögliche Ursachen auszuschließen.
  • Körperliche Untersuchung: Die Ärztin oder der Arzt führt eine gründliche körperliche Untersuchung durch, um zu sehen, ob es eine körperliche Ursache für die Symptome gibt.
  • Kognitive Tests: Die Ärztin oder der Arzt führt kognitive Tests durch, wie z.B. den Mini-Mental-Status-Test (MMST) oder den Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test), um die kognitiven Funktionen zu überprüfen.
  • Bildgebende Untersuchungen: Die Ärztin oder der Arzt kann gegebenenfalls bildgebende Untersuchungen wie eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchführen, um andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen.
  • Laboruntersuchungen: Die Ärztin oder der Arzt kann gegebenenfalls auch Blut- oder Urintests durchführen, um weitere Ursachen auszuschließen.

Anamnese

Befragung der Patientin oder des Patienten

Es werden Fragen gestellt, um das kognitive Funktionsniveau, die Orientierung und das Gedächtnis zu beurteilen. Beispielsweise kann die Ärztin oder der Arzt fragen, wie die Patientin oder der Patient heißt, wo sie oder er wohnt, welches Datum heute ist und wie das Wetter ist.

Befragung der Angehörigen

Es werden Fragen zu den Verhaltens- und Funktionsänderungen der Patientin oder des Patienten gestellt, die die Angehörigen bemerkt haben. Dies kann einschließen, wie oft die Patientin oder der Patient vergisst, was sie oder er gerade tun wollte, ob sie oder er sich verläuft oder ob sie oder er Schwierigkeiten hat, gewöhnliche Aufgaben auszuführen.

Überprüfung der Krankengeschichte

Es werden Informationen über vorherige Krankheiten, Medikamente und Überweisungen an andere Ärzt:innen gesammelt.

Auf dem Bild sind verschiedene Medikamente zu sehen.

Körperliche Untersuchung

Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Patientin oder den Patienten auf Anzeichen von Krankheiten, die die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen können, wie z.B. Blutdruck, Herzfrequenz, Atmung und Reflexe.

Tests und Untersuchungen

Die Ärztin oder der Arzt führt weitere Tests durch, um die kognitiven Funktionen der Patientin oder des Patienten zu beurteilen, wie z.B. neurologische Tests, kognitiv-neuropsychologische Tests, bildgebende Verfahren wie CT oder MRI.

Diagnostische Kriterien

Hier werden die gesammelten Informationen zusammengeführt, um zu beurteilen, ob die Symptome den diagnostischen Kriterien für Demenz entsprechen.

Körperliche Untersuchung

Vitalzeichen

Es werden wichtige Vitalzeichen wie Puls, Blutdruck, Körpertemperatur und Atmung gemessen. Dies kann helfen, Anzeichen für eine körperliche Erkrankung zu erkennen, die die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen kann.

Eine Frau hält ein Blutdruckmessgerät in der Hand und hat gerade ihren Blutdruck gemessen.

Neurologische Untersuchung

Hier werden die Reflexe, die motorischen Fähigkeiten und die koordinierten Bewegungen untersucht. Dies kann Anzeichen für eine neurologische Erkrankung wie Parkinson oder Multiple Sklerose aufzeigen.

Sinnesuntersuchung

Es werden die Sinnesfähigkeiten überprüft, wie z.B. das Hören, Sehen und Tasten.

Untersuchung des Hals- und Kopfbereichs

Es wird der Kopf und Nacken untersucht, um Anzeichen für eine Erkrankung wie eine Schädel-Hirn-Verletzung oder einen Schädelbasis-Tumor zu erkennen.

Laboruntersuchungen 

Die Ärztin oder der Arzt führt Blut- und Urintests durch, um Anzeichen für körperliche Erkrankungen zu erkennen, die die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen können, wie z.B. Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, Vitaminmangel oder Infektionen.

Andere medizinische Tests

Die Ärztin oder der Arzt kann weitere medizinische Tests durchführen, um Anzeichen für körperliche Erkrankungen zu erkennen, die die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen können, wie z.B. bildgebende Verfahren wie CT oder MRI, elektroenzephalographische Tests oder eine Lumbalpunktion.

Kognitive Tests

Mini-Mental-Status-Test (MMST)

Dies ist ein häufig verwendeter kognitiver Test, bei dem die Patientin oder der Patient Fragen zu ihrem oder seinem Gedächtnis, Sprache, Orientierung und kognitiven Fähigkeiten beantwortet.

Cognitive Assessment Scale (CAS)

Dies ist ein umfassender kognitiver Test, bei dem die Patientin oder der Patient Aufgaben zu Gedächtnis, Sprache, Orientierung, visuell-räumlicher Wahrnehmung und praktischen Fähigkeiten ausführt.

Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MOCA-TEST)

Dies ist ein weiterer umfassenderer kognitiver Test, der ähnlich wie der CAS Aufgaben zu Gedächtnis, Sprache, Orientierung, visuell-räumlicher Wahrnehmung und praktischen Fähigkeiten beinhaltet.

Trail Making Test (TMT)

Dies ist ein Test, bei dem die Patientin oder der Patient Zahlen und Buchstaben auf einem Blatt Papier in der richtigen Reihenfolge verbinden muss. Dies kann Anzeichen für kognitive Einschränkungen und Probleme mit Aufmerksamkeit und Planung zeigen.

Boston Naming Test

Dies ist ein Test, bei dem die Patientin oder der Patient möglichst viele Objekte aus einer Liste von Bildern benennen muss. Dies kann Anzeichen für Probleme mit der Sprache und dem Gedächtnis zeigen.

Digit Span Test

Dies ist ein Test, bei dem die Patientin oder der Patient Zahlenreihen vorwärts und rückwärts auswendig lernen und wiederholen muss. Dies kann Anzeichen für Probleme mit dem Gedächtnis und Aufmerksamkeit zeigen.

Verbal Fluency Test

Dies ist ein Test, bei dem die Patientin oder der Patient innerhalb einer begrenzten Zeit so viele Wörter wie möglich aus einer bestimmten Kategorie benennen muss. Dies kann Anzeichen für Probleme mit der Sprache und dem Gedächtnis zeigen.

Bildgebende Untersuchungen

Computertomographie (CT)

Eine Computertomographie ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem Röntgenstrahlen verwendet werden, um Bilder des Gehirns zu erstellen. Dies kann helfen, Veränderungen im Gehirn zu identifizieren, die auf eine Demenz hinweisen können.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Eine Magnetresonanztomographie ist ein bildgebendes Verfahren, das starke Magnetfelder und Radiowellen verwendet, um Bilder des Gehirns zu erstellen. Dies ist eine sehr präzise Methode, um Veränderungen im Gehirn zu identifizieren und kann helfen, die Art der Demenz zu bestimmen.

Positronen-Emissions-Tomographie (PET)

Eine Positronen-Emissions-Tomographie ist ein neueres Verfahren, das radioaktive Substanzen und spezielle Kameras verwendet, um Bilder des Gehirns zu erstellen. Dies kann helfen, Veränderungen im Gehirn zu identifizieren, die auf eine Demenz hinweisen können, und kann auch dabei helfen, die Art der Demenz zu bestimmen.

Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT)

Eine Single Photon Emission Computed Tomography ist ein neueres Verfahren, das radioaktive Substanzen und spezielle Kameras verwendet, um Bilder des Gehirns zu erstellen. Dies kann helfen, Veränderungen im Gehirn zu identifizieren, die auf eine Demenz hinweisen können.

Labotuntersuchungen

Blutuntersuchungen 

Blutuntersuchungen können helfen, bestimmte Bedingungen zu erkennen, die eine Demenz verursachen können, wie zum Beispiel Vitamin- oder Mineralstoffmängel, Infektionen sowie Nieren- oder Lebererkrankungen.

Tests auf hormonelle Störungen 

Hormone wie Schilddrüsenhormone können die kognitiven Funktionen beeinflussen und ähnliche Symptome wie bei einer Demenz verursachen. Ein Bluttest kann helfen, diese hormonellen Störungen zu erkennen.

Tests auf Vitamin- und Mineralstoffmängel

Vitamin- und Mineralstoffmängel können zu kognitiven Funktionsstörungen und demenzähnlichen Symptomen führen. Ein Bluttest kann helfen, diese Mängel zu erkennen.

Tests auf Infektionen

Infektionen wie HIV oder Lyme-Borreliose können demenzähnliche Symptome verursachen. Ein Bluttest kann helfen, Infektionen zu erkennen.

Auf dem Bild ist ein Virus zu sehen.

Tests auf Autoimmunkrankheiten

Autoimmunkrankheiten wie Lupus können demenzähnliche Symptome verursachen. Ein Bluttest kann helfen, Autoimmunkrankheiten zu erkennen.

Wann sollte man sich professionelle Hilfe suchen?

Es gibt zahlreiche Symptome, die auf eine dementielle Erkrankung hindeuten können. Allerdings gibt es kein einzelnes Krankheitszeichen, welches eindeutig auf eine Demenz schließen lässt.

Wenn man erste Anzeichen bei sich selbst oder einem geliebten Menschen bemerkt, sollte man eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen und eine Abklärung der Symptome durchführen lassen.

Unabhängig davon, ob das Frühstadium einer Demenz diagnostiziert wird oder nicht, kann eine frühzeitige Abklärung der Symptome dazu beitragen, dass man selbst oder die betroffene Person eine frühzeitige Behandlung und die bestmögliche Pflege erhält.

Einige charakteristische Symptome, bei denen man sich professionelle Hilfe suchen sollte, sind:

  • Vergesslichkeit: Es treten über einen längeren Zeitraum Schwierigkeiten auf, sich an Namen, Daten, Orte oder Termine zu erinnern. Das Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht mehr so verlässlich wie gewohnt.
  • Veränderungen des Verhaltens und der Persönlichkeit: Es werden Schwankungen im Verhalten oder in der Persönlichkeit beobachtet, wie z.B. Aggressivität, Ängstlichkeit, Desorientierung oder Verwirrung, die nicht zum normalen Charakter passen. Eine plötzliche Persönlichkeitsänderung kann sich auch in plötzlich auftretenden Misstrauen äußern.
  • Orientierungslosigkeit und Schwierigkeiten bei alltäglichen Aktivitäten: Die Orientierung in der gewohnten Umgebung sowie die Ausführung alltäglicher Aktivitäten wie Kochen, Einkaufen oder Reinigen werden eine zunehmende Herausforderung.
  • Veränderungen in der Sprache: Es entstehen Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden oder sich verständlich auszudrücken trotz intakter Funktion von Zunge und Kehlkopf (=Wortfindungs- und Sprachstörung). Auch die Erwähnung neuer, nicht existierender Wörter kann als Hinweis dienen.
  • Halluzinationen und Paranoia: Halluzinationen und Paranoia äußern sich zum Beispiel in Form von Wahnvorstellungen. Betroffene unterstellen anderen (oder ihnen vertrauten) Personen z.B. gestohlen zu haben.

Wenn Sie eine dieser Anzeichen bemerken, sollten Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine spezialisierte Einrichtung wenden.

Was sollte man als Angehörige:r tun, wenn man Demenz vermutet?

Besteht die Vermutung, dass eine geliebte Person an Demenz leidet, gibt es einige Schritte, die man als Angehörige:r unternehmen kann, um ihn oder ihr bei der Diagnose und Bewältigung der Demenz zu unterstützen. Hier sind einige Empfehlungen:

  • Gespräch mit der oder dem Betroffenen: Sprechen Sie mit der betroffenen Person über Ihre Bedenken und fragen Sie sie nach ihren Symptomen und Sorgen.
  • Arztbesuch: Begleiten Sie die betroffene Person zu einer Ärztin oder einem Arzt, um eine offizielle Diagnose zu erhalten und mögliche Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen. In erster Linie sollte eine Hausärztin oder ein Hausarzt aufgesucht werden.
  • Unterstützung: Unterstützen Sie die betroffene Person und ihre Familie bei der Bewältigung der Herausforderungen, die mit Demenz einhergehen, wie z.B. Organisation von medizinischen Terminen und Pflegebedürfnissen.
  • Informieren Sie sich: Informieren Sie sich über Demenz und die verfügbaren Ressourcen, um besser auf die Bedürfnisse der betroffenen Person eingehen zu können.
  • Pflegebedürfnisse: Überlegen Sie, ob Sie oder ein anderes Familienmitglied in der Lage sind, die betroffene Person zu pflegen, und besprechen Sie ggf. professionelle Pflegeoptionen.

Welche Probleme und Herausforderungen gibt es bei Demenz-Test?

Bei psychometrischen Tests wie dem Mini-Mental-Status-Test oder dem Uhrentest können einige Probleme auftreten, die die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Demenz-Diagnose beeinträchtigen können.

Dies beruht einerseits auf der Tatsache, dass es zahlreiche Erkrankungen gibt, die ähnliche Symptome wie Demenz aufweisen und hierdurch eine gewisse Verwechslungsgefahr besteht. Zum anderen ist die Definition der konkreten Demenz-Form im Rahmen einfacher Testverfahren oft nicht eindeutig. Auch können durch das Ausbleiben einer umfassenden medizinischen Untersuchung wichtige Faktoren übersehen oder fehlinterpretiert werden und die ohnehin emotional belastende Phase der Demenz-Diagnose erschwert werden.

Zu den häufigsten Herausforderungen für Demenz-Tests zählen somit:

  • Fehlinterpretation von Symptomen: Demenz kann ähnliche Symptome wie andere neurologische Erkrankungen aufweisen, wie z.B. Depression, Delir oder Schlafstörungen. Daher ist es wichtig, dass die Ärztin oder der Arzt auch andere mögliche Ursachen für die Symptome in Betracht zieht, bevor sie oder er eine Demenz-Diagnose stellt.
  • Fehlerhafte Diagnose der Demenz-Form: Demenz-Tests sind keine perfekten Werkzeuge und es besteht immer das Risiko von (menschlichen) Fehlern bei der Durchführung der Tests. Zwischen den über 50 verschiedenen anerkannten Demenz-Formen bestehen außerdem zum Teil nur geringfügige Unterschiede zwischen den Krankheitsbildern. Dies erschwert die Diagnose zusätzlich.
  • Verzögerte Diagnose: Demenz kann langsam fortschreiten und die ersten Symptome können leicht übersehen werden. Daher kann es vorkommen, dass eine Demenz erst spät diagnostiziert wird, wenn bereits schwerwiegende Beeinträchtigungen vorliegen.
  • Emotionale Belastung: Demenz-Tests können für die Patientin oder den Patienten und ihre oder seine Familie emotional belastend sein, da sie sich Sorgen um die möglichen Auswirkungen einer Diagnose machen können.

Tatsache ist, dass Demenz-Tests nicht perfekt sind und dass immer das Risiko von Fehlern oder Verzögerungen bei der Diagnose besteht. Daher ist es umso wichtiger, dass eine Ärztin oder ein Arzt eine gründliche medizinische Untersuchung durchführt und auch andere mögliche Ursachen für die Symptome in Betracht zieht, um eine zuverlässige Diagnose zu stellen.

FAQ

1. Was sind die ersten Schritte bei einem Verdacht auf Demenz?

Wenn Gedächtnisprobleme oder kognitive Beeinträchtigungen bemerkt werden, ist der erste Schritt, einen Arzt aufzusuchen. Eine ärztliche Untersuchung, einschließlich einer Anamnese und körperlicher Prüfungen, ist unerlässlich, um eine fundierte Diagnose zu stellen.

2. Welche Rolle spielen Demenztests bei der Diagnose?

Demenztests, wie der Mini-Mental-Status-Test (MMST) oder der Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test), sind entscheidend, um das Ausmaß kognitiver Beeinträchtigungen zu bewerten. Sie bieten wichtige Einblicke in verschiedene kognitive Funktionen wie Gedächtnis, Sprache und Orientierung.

3. Können Demenztests zu Hause durchgeführt werden?

Während es Selbsttests für Demenz gibt, ersetzen diese nicht die fachärztliche Untersuchung. Diese Tests können zwar Hinweise auf kognitive Probleme liefern, aber eine ärztliche Diagnose ist für eine genaue Beurteilung unerlässlich.

4. Was sind die Grenzen von Demenztests?

Demenztests sind nicht fehlerfrei und können nicht alle Formen von Demenz erkennen, besonders in frühen Stadien. Zudem können Bildungsniveau und kultureller Hintergrund die Ergebnisse beeinflussen. Eine umfassende medizinische Bewertung ist daher wichtig.

5. Was sollte man tun, wenn Demenztests auf eine mögliche Demenz hinweisen?

Bei Hinweisen auf Demenz durch diese Tests sollte unverzüglich ein Arzt konsultiert werden. Frühzeitige Diagnose und Intervention können entscheidend sein, um den Fortschritt der Krankheit zu verlangsamen und geeignete Betreuungsstrategien zu entwickeln.

6. Wie wichtig ist die Früherkennung von Demenz?

Früherkennung ist entscheidend, da sie es ermöglicht, frühzeitig mit einer Behandlung zu beginnen und die Lebensqualität für Betroffene und ihre Angehörigen zu verbessern. Sie bietet auch die Möglichkeit, Pläne für die Zukunft zu machen und Unterstützungsnetzwerke aufzubauen.

Zusammenfassung

Demenz ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch Gedächtnisverlust, Orientierungsschwierigkeiten und Verhaltensänderungen gekennzeichnet ist. Die frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um geeignete medizinische und pflegerische Maßnahmen ergreifen zu können. Demenztests sind zentral für die Beurteilung des Vorliegens und des Ausmaßes kognitiver Beeinträchtigungen. Diese Tests umfassen sowohl ärztlich durchgeführte diagnostische Verfahren als auch Selbsttests.

Der Mini-Mental-Status-Test (MMST), der Uhrentest, der Demenz-Detektions-Test (DemTect) und der Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test) sind einige der gebräuchlichen Tests. Sie bewerten Funktionen wie Gedächtnis, Sprache und Orientierung. Obwohl diese Selbsttests hilfreiche Hinweise geben können, ersetzen sie nicht die fachärztliche Diagnose.

Ärzt:innen diagnostizieren Demenz durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung, kognitiven Tests und bildgebenden Verfahren. Die frühzeitige Erkennung ermöglicht es, Maßnahmen zur Verlangsamung der Krankheitsprogression zu ergreifen. Angehörige spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Betroffenen und sollten bei Verdacht auf Demenz professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Demenz-Tests haben jedoch ihre Grenzen und können nicht alle Demenzformen erkennen. Fehlinterpretationen und verzögerte Diagnosen sind Herausforderungen. Daher ist eine gründliche medizinische Untersuchung unerlässlich für eine zuverlässige Diagnose.

Quellen:

[1] Alzheimer Forschung. (o. D.). Mini-Mental-Status-Test (MMST). https://www.alzheimer-forschung.de/alzheimer/diagnose/psychometrische-tests/mmst/ (Abgerufen: 03.01.2023)

 

[2] Kukolja, J. (o. D.). Diagnosemöglichkeiten bei Verdacht auf Alzheimer-Demenz. https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/alzheimer-erkrankung/diagnostik/ (Abgerufen: 03.01.2023)

 

[3] Röder, L. (2023). Eine beginnende Demenz erkennen: Der MoCa-Test. https://www.pflege.de/krankheiten/demenz/test/moca/ (Abgerufen: 03.01.2023)

 

[4] Flöer, C. (2023). Uhrentest bei Demenz und Alzheimer. https://www.pflege.de/krankheiten/demenz/test/uhrentest/ (Abgerufen: 03.01.2023)

ÜBER DIE AUTORIN:
Consent Management Platform by Real Cookie Banner