Diabetes Mellitus: Vorbeugung für ein gesundes Leben 

Kategorien: Ernährung und Gesundheitsförderung, Krankheiten, Medizinische Versorgung und Therapien

Laut Statistiken sind derzeit in Österreich rund 800.000 Menschen von Diabetes Mellitus betroffen. Diese Zahl wird bis zum Jahr 2045 voraussichtlich auf über 1 Million steigen. Bei dieser Erkrankung entfallen etwa 85-90% der Fälle auf Typ-2-Diabetes, während Schwangerschaftsdiabetes aktuell jede zehnte Schwangere betrifft [1].

Das Risiko für Typ-2-Diabetes wird durch Übergewicht und Bewegungsmangel erhöht. Übergewichtigkeit betrifft in Österreich einen großen Anteil der Bevölkerung und tritt zunehmend in Jugendlichen und Kindern auf. Bereits im Jahr 2017 waren beispielsweise rund 30 Prozent der Buben in der dritten Schulstufe übergewichtig oder adipös, und dieser Trend scheint sich weiter fortzusetzen. Insgesamt leiden in Österreich etwa 30.000 Menschen an Typ-1-Diabetes und darunter sind auch etwa 1600 Schulkinder [2]. In diesem Zusammenhang werden wir in unserem Artikel die Bedeutung von Vorbeugungs- und Aufklärungsmaßnahmen bei Diabetes genauer besprechen. 

Definition

In der Medizin spricht man von zwei Haupttypen von Diabetes. Typ 1 Diabetes ist durch einen Insulinmangel gekennzeichnet und betrifft vor allem Kinder. Die häufiger auftretende Form ist jedoch die Typ-2-Diabetes. Hier weist der Körper mit zunehmendem Alter eine abnehmende Empfindlichkeit gegenüber Insulin auf.

Die Vorbeugung von Diabetes Typ 1 und Typ 2 ist ein bedeutendes Anliegen, da beide Krankheitsformen weltweit verbreitet sind und erhebliche gesundheitliche Auswirkungen für die Betroffenen haben können. Während Typ-1-Diabetes eine autoimmune Erkrankung ist, die nicht durch Lebensstilfaktoren beeinflusst wird, gibt es sehr wohl präventive Maßnahmen in Verbindung mit Typ-2-Diabetes.

Das Ziel der Vorbeugung bei beiden Diabetesarten ist es, das individuelle Risiko zu verringern und gleichzeitig die Entwicklung der Krankheit zu verhindern oder zu verzögern. Eine gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, Gewichtsmanagement und regelmäßige medizinische Untersuchungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung von Typ-2-Diabetes. Bei Typ-1-Diabetes liegt der Fokus vor allem auf der Früherkennung von Risikofaktoren und einer rechtzeitigen Diagnose, um das Komplikationsrisiko zu minimieren.

Diabetes Typ I

Bei Typ-1-Diabetes sind kontinuierliche Insulininjektionen ein lebenslanger Bestandteil der Behandlung. Doch dank moderner Therapiemöglichkeiten können Menschen mit Diabetes trotz ihrer Erkrankung ein nahezu normales Leben führen. Da diese Form des Diabetes allerdings bereits in jungen Jahren auftritt, besteht ein erhöhtes Risiko für diabetesbedingte Folgeerkrankungen. Eine frühzeitige Insulinbehandlung und eine sorgfältige Kontrolle des Blutzuckerspiegels können hier glücklicherweise die meisten Komplikationen verhindern oder lindern.

Die Vorbeugung von Diabetes Typ 1 ist eine durchaus komplexe Herausforderung, da es sich um eine autoimmune Erkrankung handelt, bei der die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend Insulin produziert. Dennoch gibt es einige Faktoren, die das Risiko einer Entwicklung dieser Diabetesform beeinflussen können.

  1. Genetische Veranlagung: Eine genetische Veranlagung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Typ-1-Diabetes. Menschen, deren Eltern oder Geschwister die Krankheit haben, weisen ein höheres Risiko auf, selbst an Typ 1 zu erkranken. Es ist wichtig, die Familiengeschichte zu kennen und gegebenenfalls regelmäßige Untersuchungen durchzuführen, um frühe Anzeichen der Krankheit zu erkennen. 
  2. Ausreichende Stilldauer nach Geburt: In einigen klinischen Studien wurde der Zusammenhang zwischen der Stilldauer bei Neugeborenen und der Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung an Typ 1 Diabetes untersucht. Einige dieser besagten Studien schlussfolgerten, dass das Stillen in den ersten Lebensmonaten das Risiko einer Entwicklung von Typ-1-Diabetes bei genetisch gefährdeten Kindern reduzieren kann [3]. Das Stillen sollte daher (natürlich nur nach individueller Möglichkeit) gefördert werden, um den Schutz vor Diabetes zu unterstützen.
  3. Vitamin D: Es gibt Hinweise darauf, dass ein Mangel an Vitamin D mit einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes zusammenhängen könnte. Sonnenlicht ist eine natürliche Quelle für Vitamin D, daher sollten Kinder und Erwachsene regelmäßig Zeit im Freien verbringen. In einigen Fällen wird ebenso die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten empfohlen, insbesondere in Regionen mit geringer Sonneneinstrahlung. Zusätzlich wollen wir darauf hinweisen, dass Sonnenstunden stets mit der Verwendung eines ausreichenden UV-Schutzes einhergehen sollten.
  4. Umweltfaktoren: Einige Umweltfaktoren, wie beispielsweise bestimmte Virusinfektionen, wurden mit einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes in Verbindung gebracht. Auch die Vermeidung von Giftstoffen wie etwa Nitrosaminen ist in diesem Kontext relevant. Genau kontrollieren lässt sich der Kontakt mit diversen Umweltfaktoren verständlicherweise nicht, daher wird weiterhin intensiv geforscht, um die genauen Auslöser für Typ-1-Diabetes besser zu verstehen und effektivere Vorbeugungsmethoden für sie zu entwickeln. 

Da Typ-1-Diabetes, wie bereits erwähnt, nicht direkt durch Lebensstilfaktoren beeinflusst werden kann, konzentriert sich die Vorbeugung vor allem auf die Erkennung von Risikofaktoren und eine frühzeitige Diagnose. Wenn eine genetische Veranlagung für Typ 1 besteht, sollten regelmäßige Untersuchungen durchgeführt werden, um das Krankheitsrisiko laufend überwachen zu können. Darüber hinaus ist es wichtig, über die Symptome von Diabetes-Typ-1 wie vermehrten Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust, Müdigkeit und vermehrtes Hungergefühl Bescheid zu wissen und bei Auftreten dieser Symptome unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

Die Forschung zum Thema Typ-1-Diabetes ist noch in vollem Gange. Daher ist es definitiv ratsam zu versuchen, auf dem aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnisse zu bleiben und sich regelmäßig von Fachleuten beraten zu lassen, um das individuelle Risiko einer Typ-1-Diabetes-Erkrankung zu verstehen und entsprechende Vorbeugemaßnahmen zu ergreifen. 

Diabetes Typ II

Die Vorbeugung von Diabetes-Typ-2 spielt eine wichtige Rolle, da diese Form von Diabetes eng mit Lebensstilfaktoren und Gewohnheiten verbunden ist. Durch eine gezielte Prävention können viele Fälle von Typ-2-Diabetes vermieden oder verzögert werden. Hier sind einige Schlüsselansätze zur Vorbeugung von Diabetes-Typ-2: 

  1. Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung ist von entscheidender Bedeutung, um das Risiko von Typ-2-Diabetes zu reduzieren. Es wird empfohlen, beim täglichen Nahrungskonsum darauf zu achten reichlich Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, mageren Eiweiß und gesunde Fette zu sich zu nehmen. Der Verzehr von zuckerhaltigen und alkoholischen Getränken, stark verarbeiteten Lebensmitteln und gesättigten Fetten sollte hingegen begrenzt werden. Eine ballaststoffreiche Ernährung, die insbesondere den Verzehr von Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse beinhaltet, kann das Risiko von Typ-2-Diabetes deutlich senken. 
  2. Gewichtsmanagement: Das Thema Übergewicht wurde bereits in der Einleitung dieses Artikels thematisiert, da es einen zunehmend wichtigen Risikofaktor für Typ-2-Diabetes in unserer Gesellschaft darstellt. Eine gesunde Gewichtsabnahme von nur 5-10% kann das Diabetesrisiko bereits erheblich reduzieren [4]. Um das Gewicht zu kontrollieren, ist es wichtig, regelmäßige körperliche Aktivität mit der Erhaltung einer gesunden Ernährung zu kombinieren. Wir wollen jedoch ganz klar darauf hinweisen, dass das Verfolgen eines Gewichtsverlustes stets mit einem gewissen Level an medizinischer Beratung einhergehen sollte, um eine gesunde Herangehensweise garantieren zu können. 
  3. Körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil der Diabetesprävention. Körperliche Aktivität hilft dabei, den Blutzuckerspiegel zu regulieren, die Insulinsensitivität zu verbessern und das Risiko von Typ-2-Diabetes zu verringern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens 150 Minuten moderater bis intensiver körperlicher Aktivität pro Woche [5]. Es sollte darauf geachtet werden Aktivitäten zu wählen, die Freude bereiten und gut in den Alltag integriert werden können. Spaziergänge, Tanzen, Schwimmen oder Fahrradfahren zählen zu einigen der beliebtesten Optionen. 
  4. Reduzierung von Stress: Chronischer Stress kann das Diabetesrisiko erhöhen, da er den Blutzuckerspiegel beeinflusst und zu ungesunden Essgewohnheiten führen kann. Daher ist es wichtig, Stressmanagement-Techniken wie Meditation, Yoga, Entspannungsübungen oder beruhigende Hobbys zu praktizieren, um den Stresspegel zu reduzieren und ein gesundes Gleichgewicht zu schaffen. Sollte der alltägliche Stress durch diese genannten Schritte nicht überwindbar sein ist es natürlich auch möglich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. 
  5. Regelmäßige Untersuchungen: Eine regelmäßige ärztliche Untersuchung kann dazu beitragen, das Risiko von Typ-2-Diabetes frühzeitig zu erkennen. Blutzuckertests, Blutdruckmessungen und Cholesterinwerte sollten periodisch überprüft werden, insbesondere bei Personen mit familiärer Vorbelastung oder anderen Risikofaktoren. Früherkennung ermöglicht eine rechtzeitige Intervention und gegebenenfalls eine Änderung des Lebensstils oder die Verordnung von Medikamenten.
  6. Rauchen reduzieren (oder stoppen): Das Rauchen und der Konsum von Nikotin stellen bedeutende Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes dar. Schädliche Substanzen im Tabakrauch, wie zum Beispiel Kohlenmonoxid, können sich negativ auf das Fettgewebe und die Bauchspeicheldrüse auswirken der Konsument:innen. Dies kann zu einer verminderten Insulinaktivität führen und den Stoffwechsel negativ beeinflussen. Rauchen ist nicht nur ein “Blutgefäß-Killer”, sondern auch krebserregend. Es ist daher essenziell, das Rauchen aufzugeben wenn man das Ziel verfolgt, das Risiko für Typ-2-Diabetes und andere gesundheitliche Komplikationen zu verringern. 

 

Die Vorbeugung von Diabetes Typ 2 erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der eine gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, Gewichtsmanagement, Stressmanagement und regelmäßige medizinische Untersuchungen umfasst. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass jeder Mensch individuelle Risikofaktoren vorweist und dass die Prävention von Diabetes Typ 2 aus diesem Grund maßgeschneidert sein sollte. Eine frühzeitige Intervention und eine positive Veränderung des Lebensstils können das Risiko für Typ-2-Diabetes erheblich reduzieren und zu einer besseren Gesundheit und Lebensqualität führen. 

Fazit

Diabetes Typ 1 und 2 betreffen eine maßgebliche Anzahl an Menschen in Österreich und können deren Alltag auf negative Weise beeinträchtigen. Daher ist die Vorbeugung dieser Erkrankungen von großer Bedeutung, um das individuelle Risiko zu verringern und die Gesundheit gefährdeter Personen zu schützen. Bei Typ 1 liegt der Fokus auf der Früherkennung von Risikofaktoren und einer frühzeitigen Diagnose. Bei Typ 2 stehen eine gesunde Ernährung, stete körperliche Aktivität, Gewichtsmanagement und regelmäßige medizinische Untersuchungen im Vordergrund. Durch gezielte Vorbeugungsmaßnahmen kann das Risiko von Diabetes und den damit verbundenen Folgeerkrankungen erheblich reduziert werden. Eine gesunde Lebensweise und eine enge Zusammenarbeit mit medizinischem Fachpersonal sind entscheidend, um die Gefahr zu minimieren und die Erhaltung einer optimalen Gesundheit zu fördern. 

Hinweis

Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Obwohl wir uns bemühen, genaue und aktuelle Informationen zur Verfügung zu stellen, übernehmen wir keine Haftung für jegliche Fehler oder Auslassungen in diesem Artikel oder für Handlungen, die aufgrund dieser Informationen getroffen werden. Wir empfehlen, sich immer von einem qualifizierten Arzt/einer qualifizierten Ärztin oder Pflegepersonal beraten zu lassen und jegliche Entscheidungen bezüglich der Gesundheit oder Pflegebedürfnisse einer Person nur auf Grundlage einer individuellen Beratung und Diagnose zu treffen.


FAQ

1. Was ist Diabetes mellitus und welche Arten gibt es?

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Es gibt verschiedene Typen, darunter Typ 1, Typ 2 und Gestationsdiabetes.

2. Wie kann man Diabetes mellitus vorbeugen?

Die Vorbeugung von Diabetes mellitus kann durch eine gesunde Lebensweise erfolgen, die regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Risikofaktoren wie Übergewicht beinhaltet.

3. Welche Rolle spielt die Ernährung bei der Vorbeugung von Diabetes?

Eine ausgewogene Ernährung, die reich an ballaststoffreichen Lebensmitteln, Obst, Gemüse und magerem Eiweiß ist, kann das Risiko für Typ-2-Diabetes reduzieren. Die Kontrolle von Kohlenhydraten und Zucker ist ebenfalls wichtig.

4. Welche Rolle spielt körperliche Aktivität in der Diabetes-Prävention?

Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Insulinsensitivität und hilft, das Gewicht zu kontrollieren. Es wird empfohlen, mindestens 150 Minuten moderates Training pro Woche durchzuführen.

5. Wie beeinflusst Übergewicht das Diabetesrisiko?

Übergewicht ist ein bedeutender Risikofaktor für Typ-2-Diabetes. Durch Gewichtsreduktion und -kontrolle kann das Risiko deshalb deutlich gesenkt werden.

6. Gibt es genetische Faktoren, die das Diabetesrisiko beeinflussen?

Ja, genetische Veranlagung kann eine Rolle spielen. Wenn Diabetes in der Familie vorkommt, ist es besonders wichtig, auf präventive Maßnahmen zu achten.

7. Wie wichtig ist die regelmäßige ärztliche Untersuchung für die Diabetes-Prävention?

Regelmäßige ärztliche Untersuchungen sind entscheidend, um potenzielle Risikofaktoren zu erkennen und frühzeitig zu intervenieren. Blutzucker-, Blutdruck- und Cholesterinwerte sollten regelmäßig überprüft werden.


Quellen

[1] Vgl. Österreichische Diabetes-Gesellschaft (ÖDK), “Zahlen und Fakten zu Diabetes Mellitus”,  facediabetes.at, n.d., https://www.facediabetes.at/zahlen-und-fakten.html, 06.02.2024.

[2] Vgl. ebd.

[3] Vgl. Zelle-Möhlmann, Elena, “Studie: Kann Stillen das Risiko für Typ-1-Diabetes senken?”, apotheken-umschau.de, 8.11.2021, https://www.apotheken-umschau.de/familie/kinderernaehrung/studie-kann-stillen-das-risiko-fuer-typ-1-diabetes-senken-825009.html, 06.02.2024.

[4] Vgl. Centers for Disease Control and Prevention, “Healthy weight”, cdc.gov, 30.120.2022. https://www.cdc.gov/diabetes/managing/healthy-weight.html#:~:text=Taking%20off%20just%205%25%20to,medicine%20after%20you%20lose%20weight. 06.02.2024.

[5] Vgl.  World Health Organization (WHO), “Neuer Bericht von WHO und OECD: Bewegungsförderung könnte EU-Staaten jährlich Ausgaben in Milliardenhöhe ersparen”, who.int, 17.02.203, https://www.who.int/europe/de/news/item/17-02-2023-new-who-oecd-report–increasing-physical-activity-could-save-the-eu-billions-annually, 06.02.2024.

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