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Inkontinenz

Krankheiten, Medizinische Versorgung und Therapien

HeldYn bietet umfassende Unterstützung und Pflegeberatung für Personen mit Inkontinenz, einem Zustand, der das Leben vieler Menschen beeinträchtigt. Der Schwerpunkt liegt auf einer ganzheitlichen Behandlung, die neben spezialisierten Pflegeleistungen auch Beratung und Schulung umfasst, um das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Zu den angebotenen Diensten gehören individuelle Pflegeberatung und Kontinenzberatung, die auf die Bedürfnisse jeder und jedes Einzelnen zugeschnitten sind. Beckenbodentraining ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung, da es hilft, die Muskeln zu stärken, die für die Kontrolle der Blase und des Darms verantwortlich sind. Für Patient:innen, die Katheter verwenden, bietet HeldYn professionelle Katheterwechsel und Katheterversorgung an. Die Hilfsmittelberatung stellt sicher, dass Patient:innen Zugang zu den besten verfügbaren Produkten haben, die ihre Lebensqualität verbessern können. Die stundenweise Pflege daheim ermöglicht eine flexible Unterstützung, die sich nach dem Zeitplan und den Bedürfnissen der Patient:innen richtet. Physiotherapie ist ebenfalls ein integraler Bestandteil des Angebots von HeldYn, da sie nicht nur die körperliche Mobilität fördert, sondern auch zur allgemeinen Gesundheit und zum Wohlbefinden beiträgt. 

Inkontinenz ist ein Thema, das viele Menschen betrifft, jedoch oft aus Scham oder Unwissenheit nicht angesprochen wird. Hierbei handelt e sich um eine Erkrankung, die die Kontrolle über die Ausscheidung von Urin oder Stuhl beeinträchtigt und in diversen Formen auftreten kann. Obwohl Inkontinenz häufiger bei Menschen höheren Alters auftritt, können auch junge Erwachsene und Kinder davon betroffen sein. Laut Schätzungen der österreichischen Gesellschaft für Urologie (https://www.uro.at) sind etwa 500.000 Menschen in Österreich von Inkontinenz betroffen. Diese Kalkulation bezieht sich auf das Jahr 2020 und umfasst alle Arten von Inkontinenz, sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Inkontinenz kann nicht nur zu körperlichen Beschwerden wie Hautreizungen und Infektionen führen, sondern auch eine starke psychische Belastung darstellen, die oft durch das gesellschaftliche Stigma rund um die Krankheit verstärkt wird. Darum ist es von großer Bedeutung das Thema Inkontinenz zu enttabuisieren und aufzuzeigen, dass es zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten gibt, die die Lebensqualität der Betroffenen verbessern können. Im Zuge dieses Artikels wollen wir von HeldYn genau diese Aufklärungsarbeit leisten. In den folgenden Kapiteln werden wir uns mit verschiedenen Formen der Inkontinenz, ihren Ursachen und Symptomen, Diagnosemöglichkeiten, sowie konservativen und operativen Behandlungsmethoden auseinandersetzen. Wir wollen Betroffenen und deren Angehörigen mithilfe verlässlicher Informationen eine Hilfestellung bieten, um ihre Beschwerden zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Dabei werden wir uns auf aktuelle medizinische Erkenntnisse aus Expert:innen-Kreisen stützen und die am häufigsten geäußerten medizinischen Empfehlungen präsentieren.

Inkontinenz ist eine Herausforderung, mit der ein großer Teil unserer Bevölkerung konfrontiert ist, welche aber viel zu selten vorurteilslos diskutiert wird. Durch eine offene Auseinandersetzung mit dem Thema und den folgenden Einsatz von geeigneten Therapien und Hilfsmitteln kann eine deutliche Verbesserung der Symptome, sowie eine damit einhergehende Steigerung des Komforts im Alltag erreicht werden.

 

WELCHE ARTEN DER INKONTINENZ GIBT ES?

Wie bereits in der Einleitung geäußert wurde, handelt es sich bei Inkontinenz um eine körperliche Beeinträchtigung bei der es zur unkontrollierten Ausscheidung von Urin oder Stuhl kommt. Es gibt verschiedene Arten von Inkontinenz, die jeweils unterschiedliche Symptome und Ursachen aufweisen und daher auch variiert behandelt werden. In diesem Artikel werden wir ein Licht auf die drei häufigsten Formen von Inkontinenz richten:

Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz und Überlaufinkontinenz.

Belastungsinkontinenz

Belastungsinkontinenz ist die häufigste Form von Inkontinenz bei Frauen. Wie der Name bereits vermuten lässt, hängt dieses Leiden mit der Belastung der Blase und des Harnbereichs zusammen.Belastungsinkontinenz tritt auf, wenn der Druck im Bauchraum erhöht wird, beispielsweise beim Husten, Niesen oder Heben schwerer Gegenstände. Diese Strapazierung führt dazu, dass der Druck auf die Blase erhöht wird und Urin unfreiwillig aus der Harnröhre austritt.

Belastungsinkontinenz entwickelt sich häufig im Zusammenhang mit Schwangerschaften und Geburten, da das Gewicht des Fetus und die Geburt selbst den Beckenboden schwächen können. Frauen in den Wechseljahren können ebenfalls aufgrund von Hormonveränderungen eine Belastungsinkontinenz entwickeln.

Die Art der Behandlung, die von Ärzten und Ärztinnen bei einer Belastungsinkontinenz empfohlen wird, hängt stark von der Schwere der auftretenden Symptome ab. Es können konservative Maßnahmen wie Beckenbodentraining oder Medikamente eingesetzt werden. Mehr zu diesem Thema werden wir in einem kommenden Absatz mit dem Titel „Wie wird Inkontinenz behandelt?“ besprechen. Auch die Ursachen der verschiedenen Arten der Inkontinenz werden in den folgenden Kapiteln noch genauer diskutiert.

Dranginkontinenz

Dranginkontinenz tritt auf, wenn der Harn- oder Stuhldrang so plötzlich und intensiv ist, dass der oder die Betroffene nicht rechtzeitig eine Toilette aufsuchen kann. Die Blase kontrahiert sich hierbei zum Beispielunwillkürlich (d.h. die Blase zieht sich zusammen) und der Urin wird unfreiwillig ausgeschieden. Eine Stuhl-Dranginkontinenz verläuft ähnlich, nur fokussiert sich der Drang hier auf den Verdauungstrakt.

Die Ursachen für Dranginkontinenz können vielfältig sein. Eine überaktive Blase, oder auch eine neurologische Erkrankung wie Multiple Sklerose kann zu einer Dranginkontinenz führen.

Die Behandlung bei dieser speziellen Form der Inkontinenz beinhaltet oft eine Kombination aus Verhaltens- und Medikamententherapie, die dabei helfen soll, die körperlichen Dränge zu kontrollieren und den allgemeinen Urin- oder Stuhldrang zu beruhigen.

Überlaufinkontinenz

Überlaufinkontinenz tritt dann auf, wenn die Blase einer betroffenen Person voll ist und es zu einem unkontrollierten Harnverlust kommt. Bei dieser Form von Inkontinenz ist es Patient:innen meist nicht möglich, ihre Blase richtig zu entleeren, was dazu führt, dass stets immer eine gewisse Menge an Urin zurückbleibt. Dieser Umstand kann in vielen Fällen dazu führen, dass die Blase sich überfüllt und der Urin unbeabsichtigt ausgeschieden wird. Ebenfalls wird von einer Überlaufinkontinenz gesprochen wenn sich derEnddarm von betroffenen Personen überfüllt und der Druck auf den Schließmuskel folglich zu groß wird; dies führt dann zu einer unfreiwilligen Stuhlausscheidung.

Überlaufinkontinenz kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wie beispielsweise durch eine Verengung der Harnröhre oder eine neurologische Erkrankung, die die Blasenmuskulatur und den Verdauungstrakt beeinflusst. Behandlungen hierzu sind ähnlich divers, wie jene im Falle einer Dranginkontinenz.

Abgesehen von den drei Formen der Inkontinenz, die in diesem Absatz ausführlicher beschrieben wurden, können auch weitere Störungen des Ausscheidungsprozesses auftreten. Wir wollen uns kurz und kompakt zwei weiteren Formen der Inkontinenz zuwenden:

Passive Inkontinenz beschreibt hier einen Kontrollverlust im speziellen Zusammenhang mit dem Stuhlgang und der Aktivierung desselben. Dränge können hier nicht rechtzeitig erkannt und Ausscheidungen meist nicht effektiv gestoppt werden.

Funktionsinkontinenz tritt auf, wenn die Entleerungsfunktion der Blase oder des Verdauungssystemsaufgrund von körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen beeinflusst t ist. Somit kann sich das normale Toilettengangverhalten bei Problemen wie z.B. Demenz, einem Schlaganfall oder spinalen Verletzungendrastisch verändern.

 

WELCHE SYMPTOME TRETEN BEI EINER INKONTINENZ AUF?

Die Symptome einer Inkontinenz können je nach Art der Erkrankung und deren Schweregrad unterschiedlich sein. Im Allgemeinen umfassen die Symptome von Inkontinenz jedoch einen unwillkürlichen Harn- oder Stuhlverlust, der zu körperlichen und emotionalen Belastungen führen kann. In diesem Absatz stellen wir die diversen Symptome auf kompakte Weise vor:

  1. Unfreiwilliger Harnverlust: Die meisten Menschen, die an Inkontinenz leiden erleben einen unwillkürlichen Harnverlust, der unter anderem durch Belastung, Husten oder Niesen ausgelöst werden kann. Dieses unbeabsichtigte Urinieren kann auch bei körperlicher Aktivität wie Laufen oder Springen auftreten.
  2. Unfähigkeit, die Blase zu kontrollieren: Eine Person mit Inkontinenz kann Schwierigkeiten damit haben, ihre Blase zu kontrollieren und den Harndrang zu aufzuhalten. Dies führt in den meisten Fällen zu häufigen Toilettengängen, die das alltägliche Leben und die Tagesroutine beeinträchtigen können.
  3. Stuhlinkontinenz: In einigen Fällen kann Inkontinenz auch dazu führen, dass Patient:innen unfreiwillig Stuhlgang verlieren. Diese Art von Inkontinenz hat oft noch unangenehmere emotionale Einflüsse, als Harninkontinenz, da das gesellschaftliche Stigma hier sehr stark ausgeprägt ist. Gefühle der Schamkönnen in diesem Zusammenhang  zu ernsthaften sozialen Problemen führen und die Lebensqualität beeinträchtigen.
  4. Druck und Unbehagen: Durch den Drang zum häufigen Wasserlassen oder zum Stuhlgang fühlen sich viele Personen mit Inkontinenz körperlich unwohl. Der Druck, der oft auf Blase und Darm lastet, kann bei täglichen Aktivitäten häufiges Unbehagen auslösen.
  5. Hautreizungen: Ein häufiger unwillkürlicher Harn- oder Stuhlverlust kann zu vermehrten Hautreizungen und -infektionen im Intimbereich führen. Die Schmerzen und Juckreize, die dadurch ausgelöst werden, können eine Behandlung der Inkontinenz und die Verwendung bestimmter Hilfsmittel erschweren.
  6. Soziale Isolation: Inkontinenz kann, wie bereits erwähnt, zu ernsten sozialen Problemen führen. Scham und Angst vor unkontrolliertem Harn- oder Stuhlverlust führen häufig dazu, dass sich Betroffene aus ihrem Sozialleben zurückziehen. Falls Sie also Angehörige haben, die sich selbst isolieren, eventuell bereits im höheren Alter sind und andere Anzeichen einer Inkontinenz-Erkrankung vorweisen, begegnen Sie der betroffenen Person mit Geduld und Verständnis und stehen Sie ihnen in der Bewältigung ihres Leidens unterstützend zur Seite.

 

WAS SIND DIE URSACHEN EINER INKONTINENZ?

Inkontinenz kann sich aufgrund verschiedenster Ursachen entwickeln. Hier wollen wir Ihnen eine Liste einiger der häufigsten Ursachen zur Verfügung stellen:

  1. Schwächung der Beckenbodenmuskulatur: Die Beckenbodenmuskulatur unterstützt die Blase und den Darm und ist essenziell für die Kontrolle von Harn- und Stuhlabgang. Eine Schwächung dieser Muskelpartie kann im Laufe der Zeit und mit steigendem Lebensalter zu Inkontinenz führen.
  2. Nervenschäden: Nervenschäden können die Funktion der Blase und des Darms negativ beeinflussen und teilweise gänzlich blockieren. Dies kann zu unkontrollierbarem Harn- und Stuhlabgang bei betroffenen Personen führen.
  3. Hormonelle Veränderungen: Bei Frauen kann eine hormonelle Veränderung, wie etwa jene, die im Zuge der Menopause auftritt, die Ursache für Inkontinenz sein. Ein Mangel an Östrogen kann dazu führen, dass die Stärke der Beckenbodenmuskulatur spürbar abnimmt.
  4. Alter: Im Alter kann, wie bereits erwähnt, die Beckenbodenmuskulatur schwächer werden. Noch dazu können die Blase und die Verdauungsorgane allgemein ihre Fähigkeit verlieren,Ausscheidungsprodukte zu halten.
  5. Verstopfung: Eine schwere Verstopfung kann bei Patient:innen dazu führen, dass der Darm seine Fähigkeit verliert, Stuhl zu halten.
  6. Operationen: Einige Operationen, wie z.B. eine Prostatektomie (Entfernung der Prostata und des angrenzenden Gewebes) oder eine Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter), können zu Inkontinenz führen.
  7. Bestimmte Medikamente: Einige Medikamente können zu Inkontinenz führen, indem sie die Blase beeinträchtigen, die Flüssigkeitszunahme beeinflussen oder den Harndrang generell erhöhen.
  8. Erkrankungen: Bestimmte Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder auch Diabetes könnendas Risiko einer Inkontinenz stark erhöhen.

In diesem Zusammenhang wollen wir betonen, dass Inkontinenz meist nicht durch eine einzelne Ursache ausgelöst wird und oft eine Kombination von Faktoren beteiligt ist. Eine gründlich durchgeführteUntersuchung durch einen Arzt oder eine Ärztin kann helfen, die Ursache der Inkontinenz zu identifizieren und eine geeignete Behandlung zu finden.

 

WIE WIRD EINE INKONTINENZ DIAGNOSTIZIERT?

Die Diagnose einer Inkontinenz kann eine umfangreiche Untersuchung erfordern, um die genaue Ursache der Symptome ermitteln und eine geeignete Behandlung empfehlen zu können. In der Regel beginnt der Arzt oder die Ärztin mit einer ausführlichen Anamnese, um ein vollständiges Bild der Symptome und möglicher Faktoren zu erhalten, die zur Entwicklung einer Inkontinenz beitragen könnten. Mediziner:innen führen nebst einer Anamnese ebenfalls eine körperliche Untersuchung durch, um den Zustand des Beckenbodens, der Blase und des Darmes beurteilen zu können.

Die Diagnoseverfahren, die von Ärzten und Ärztinnen verwendet werden, um die Ursache einer Inkontinenz zu bestimmen sind mannigfaltig. Einige dieser besagten Verfahren umfassen:

  1. Urintests: Ein Urintest kann durchgeführt werden, um zu überprüfen, ob eine akute Infektion oder andere Probleme im Bereich der Blase oder in den Nieren vorliegen.
  2. Ultraschall: Durch einen Ultraschall kann die Größe und Position der Blase ermittelt werden. Somit kann festgestellt werden, ob durch diese beiden genannten Faktoren eine Problem bei der betroffenen Person entstanden sein könnte, das den Urinfluss beeinträchtigt.
  3. Zystoskopie: Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem ein dünnes, beleuchtetes Instrument in die Blase eingeführt wird, um sie zu untersuchen. Dies kann helfen, mögliche Probleme zu identifizieren, wie z.B. Tumoren oder Entzündungen.
  4. Darmfunktionsuntersuchung: Die Beweglichkeit des Darms ist ein wichtiger Aspekt, der in der Ermittlung der Funktion des Organs beachtet werden muss. Eine Darmfunktionsuntersuchung beschäftigt sich genau mit diesem Teilfaktor und kann zeigen, ob es Probleme gibt, die den Stuhlgangder Patient:innen beeinträchtigen könnten.
  5. Neurologische Tests: Da Nervenschädigungen einen drastischen Einfluss auf die Muskelfunktion im Beckenboden haben können, ist eine korrekte Einschätzung in diesem Zusammenhang wichtig. Wenn eine Nervenschädigung vermutet wird, kann der Arzt oder die Ärztin neurologische Tests durchführen, um die Nervenfunktion im Beckenbereich zu überprüfen.
  6. Tagebuch der Symptome: Ein schriftliches Festhalten der Symptome im Krankheitsverlauf kann dabei helfen, die Schwere der Inkontinenz und andere mögliche Faktoren, die zu den allgemeinen Symptomen im Alltag beitragen, zu verfolgen.

Die Diagnose einer Inkontinenz erfordert also in der Regel eine gewissenhafte Zusammenarbeit zwischen medizinischen Expert:innen und den betroffenen Patient:innen. Es ist wichtig, dass die Betroffenen während des Diagnoseprozesses offen und ehrlich mit dem Arzt oder der Ärztin kommunizieren, um eine genaue Diagnose erreichen und folglich eine passende Behandlung in die Wege leiten zu können.

WIE SIEHT DIE BEHANDLUNG EINER INKONTINENZ AUS?

Die Behandlung einer Inkontinenz hängt von den Ursachen hinter der Erkrankung ab und kann von konservativen Therapien bis hin zu chirurgischen Eingriffen reichen. Das Ziel der Behandlung ist es, die Symptome der Inkontinenz generell zu reduzieren oder auch ganz zu beseitigen und somit die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern.

Konservative Therapie:

a) Beckenbodentraining: Bei Beckenbodentraining handelt es sich um eine Art von körperlicher Therapie, die darauf abzielt, die Muskeln im Beckenboden zu stärken und zu verbessern. Es kann helfen, den Harnfluss oder den Stuhldrang zu kontrollieren und die Symptome der Inkontinenz gezielt zu reduzieren.

b) Blasentraining: Durch eine schrittweise Erhöhung des Zeitintervalls zwischen Toilettengängen kann beim Blasentraining die Blasenkapazität gesteigert werden. Gleichzeitig hilft diese Konditionierung auch dabei, die Kontrolle über den Harnfluss zu verbessern.

c) Medikamente: Bei der Behandlung von Inkontinenz können verschiedene Arten von Medikamenten empfohlen und eingesetzt werden. Beispielsweise können Medikamente, die das Muskelgewebe in der Blase entspannen die Symptome der Dranginkontinenz reduzieren.

d) Elektrostimulation: Bei der Elektrostimulation werden schwache elektrische Impulse auf den Beckenbodenmuskeln angewendet, um deren Kontraktion zu fördern und die Kontrolle über den Harnfluss oder den Stuhl bei Patient:innen zu verbessern.

Chirurgische Therapie:

a) Schlingenoperation: Bei einer Schlingenoperation wird eine Schlinge um die Harnröhre gelegt, um die Blasenkontrolle gezielt verbessern zu können.

b) Blasenoperation: Diese Art der Operation wird bei Blasenentleerungsstörungen durchgeführt, um diese zu korrigieren. Weiters kann durch diesen Eingriff eine Probleme verursachende Fistel zwischen Blase und Darm repariert werden.

c) Nervenstimulation: Hier wird ein kleines Gerät unter der Haut implantiert, das schwache elektrische Impulse auf die Nerven im Beckenbereich abgibt. Mithilfe dieser Stimulationen können die Muskelkontraktionen im Beckenboden verbessert und das Level an Kontrolle über den Harnfluss oder den Stuhldrang erhöht werden. Diese Behandlungsmethode fungiert also ähnlich wie die konservative Elektrostimulation, ist jedoch durch das Einsetzen des Gerätes konstanter und intensiver durchführbar.

Hilfsmittel:

a) Einlagen: Einlagen können verwendet werden, um den Harn- oder Stuhlverlust aufzufangen und das Risiko von Hautreizungen oder Infektionen zu verringern.

b) Katheter: Ein Katheter kann verwendet werden, um den Harn aus der Blase zu entfernen, wenn Patient:innen  Schwierigkeiten haben, die Blase zu entleeren.

Dies sind jedoch nur kurze Beschreibungen von zwei der häufigsten Hilfsmittel für Inkontinenz. In einem späteren Absatz dieses Artikels werden wir uns noch intensiver und detaillierter mit verschiedenen Tools und Vorrichtungen zur Unterstützung bei Inkontinenz beschäftigen.

Man muss im Zuge einer Inkontinenzbehandlung darauf achten, dass diese für jeden Patienten und jede Patientin individuell angepasst werden muss und die Behandlungsergebnisse von der Schwere der Erkrankung und der Art der Behandlung abhängen können. Einige Patient:innen können eine Kombination aus konservativen Therapien und chirurgischen Eingriffen benötigen, um eine effektive Kontrolle über körperliche Ausscheidungen zu erreichen. In jedem Fall sind gründliche und regelmäßige ärztliche Untersuchungen, sowie medizinische Beratungsgespräche das Um-und-Auf in der Bewältigung eines Inkontinenzleidens.

 

WAS SIND DIE FOLGEN EINER INKONTINENZ FÜR BETROFFENE?

Während verschiedene Arten der Inkontinenz erhebliche körperliche Auswirkungen für Patient:innen haben können, sind auch die psychischen und sozialen Effekte der Erkrankung, sowie die Einschränkungen anderer Lebensbereiche von Betroffenen nicht von der Hand zu weisen. Hier präsentieren wir Ihnen eine Auflistung eventueller Folgen einer Inkontinenzerkrankung:

Körperliche Folgen:

Da die ständige Feuchtigkeit, die durch eine Inkontinenz verursacht wird den empfindlichen Intimbereich oft reizt, kann es dort zu Hautreizungen und -infektionen kommen. Auf langfristige Sicht kann dies zur Entwicklung von chronischen Wunden oder Infektionen führen, die durchaus schmerzhaft und schwer zu behandeln sein können.

Psychische Folgen:

Inkontinenz kann eine erhebliche psychische Belastung für betroffene Personen darstellen. Gefühle des Unwohlseins und der Peinlichkeit entstehen im Zusammenhang mit dem körperlichen Kontrollverlust bei einer Inkontinenz häufig. Ängste davor, in der Öffentlichkeit aufzufallen oder sich zu blamieren führen oft dazu, dass sich Patient:innen selbst isolieren. Eine derartige Vermeidung des öffentlichen Raumes und sozialer Aktivitäten  kann vor allem bei älteren Menschen schnell zu erheblicher Einsamkeit führen, was den allgemeinen psychischen Druck der Erkrankung zusätzlich erhöht.

Soziale Folgen:

Neben dem Stress, den Patient:innen im Angesicht sozialer Aktivitäten und zwischenmenschlichen Interaktionen verspüren können, kann Inkontinenz ebenfalls dazu führen, dass betroffene Personen Schwierigkeiten haben, ihrer beruflichen Arbeit nachzugehen. Die ständige Sorge, dass man unfreiwilligurinieren oder Stuhl ausscheiden könnte, kann dazu führen, dass betroffene Personen ihre Freiheit und Mobilität nicht nur in ihrem privaten, sondern auch im professionellen Alltag einschränken. In schweren Fällen kann es sogar dazu führen, dass Betroffene auf Pflege angewiesen sind.

Auswirkungen auf die Beziehungen:

Inkontinenz kann dazu führen, dass betroffene Personen in ihren Beziehungen zurückhaltender werden. Die ständige Sorge, dass man einen unangenehmen Vorfall erleben könnte, kann dazu führen, dass erkrankte Menschen weniger körperliche Intimität suchen und gleichzeitig vermeiden, ihre Partner:innen darüber zu informieren. Dies kann persönliche Beziehungen belasten und zu einer Verschlechterung der emotionalen Bindung führen.

Finanzielle Folgen:

Inkontinenz kann auch zu finanziellen Schwierigkeiten im Leben betroffener Personen führen. Patient:innenmüssen ihr Geld häufig in teure Einlagen oder Medikamente investieren und in schweren Fällen können die Kosten für eine medizinische Behandlung oder Pflege hoch sein.

Insgesamt kann eine Inkontinenz für betroffene Personen also zu erheblichen physischen, psychischen und sozialen Belastungen führen. Daher ist es von großer Bedeutung, dass Patient:innen, die an Inkontinenz leiden eine angemessene Behandlung erhalten, ebenso wie die Unterstützung ihrer Angehörigen, ihrer Freunde und der medizinischen Fachkräfte ihres Vertrauens. Emotionale Bestärkung und Verständnis im persönlichen Umfeld leisten einen essenziellen Beitrag zum erfolgreichen Umgang mit den Auswirkungen einer Inkontinenzerkrankung.

 

WELCHE AUSWIRKUNGEN HAT EINE INKONTINENZ AUF DIE PFLEGEBEDÜRFTIGKEIT?

Inkontinenz kann ein wichtiger Faktor bei der Bewertung der Pflegebedürftigkeit eines Menschen sein. Die Schwere der Inkontinenz, ihre Häufigkeit und die Fähigkeit des Betroffenen, damit umzugehen, können alle eine gravierende Rolle bei der Beurteilung des benötigten Pflegeausmaßes spielen. Hier sind einige der Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt:

Art der Inkontinenz:

Wir haben die verschiedenen Arten von Inkontinenz beschrieben und somit die Vielfältigkeit der Erkrankung gezeigt – jede Form von Inkontinenz kann unterschiedliche Auswirkungen auf die Pflegebedürftigkeit haben. Bei Belastungsinkontinenz kann es beispielsweise ausreichen, dass die betroffene Person in der Lage ist, Einlagen oder Schutzkleidung zu tragen, um ihre Inkontinenz zu managen. Hingegen kann eine schwere Form der Dranginkontinenz dazu führen, dass Betroffene nicht mehr in der Lage sind, die Toilette rechtzeitig zu erreichen, was wiederum einen höheren Pflegebedarf erfordert.

Schwere der Inkontinenz:

Die Schwere einer individuellen Inkontinenz ist ein wichtiger Aspekt bei der Bewertung der Pflegebedürftigkeit. Eine leichte Inkontinenz kann in der Regel mit Einlagen oder Schutzkleidung gehandhabt werden, während eine schwere Inkontinenz häufig eine intensivere Betreuung erfordert, um die Betroffenen zu pflegen und die damit verbundenen Risiken zu minimieren.

Häufigkeit der Inkontinenz:

Die Häufigkeit der Inkontinenz kann ebenfalls Auswirkungen auf die Pflegebedürftigkeit haben. Sollte eine Inkontinenz nur gelegentlich auftreten, ist möglicherweise weniger Pflege erforderlich, als bei einem Leiden, das häufig auftritt oder chronisch ist.

Fähigkeit der Betroffenen, damit umzugehen:

Nicht alle Betroffenen sind gleichermaßen fähig, allein mit einer Inkontinenz umzugehen. Dieses Elementkann ebenfalls große Auswirkungen auf den Pflegebedarf haben. Wenn Betroffene in der Lage sind, ihreInkontinenz selbst zu managen, indem sie Einlagen oder Schutzkleidung verwenden oder bestimmte Verhaltensweisen in ihren Alltag eingliedern, kann dies das Level an Pflegenotwendigkeit verringern.

Kurz gesagt sind also die Art und Schwere der Inkontinenz, die Häufigkeit der Inkontinenz und die Fähigkeit der Betroffenen, damit umzugehen, bei der Bewertung eines Pflegebedürfnisses zu berücksichtigen. Eine angemessene Pflege und Unterstützung kann dazu beitragen, dass Betroffene ein höheres Maß an Unabhängigkeit und Lebenskomfort erreichen können.

 

WIE KANN EINER INKONTINENZ VORGEBEUGT WERDEN?

Inkontinenz ist eine weit verbreitete Erkrankung, die viele Menschen jeden Alters betreffen kann. Allerdings gibt es definitiv Schritte, die jeder ergreifen kann, um das Risiko einer Inkontinenz zu verringern oder deren Schweregrad erheblich zu reduzieren. Im Folgenden werden wir einige der wichtigsten Möglichkeiten zur Vorbeugung von Inkontinenz beschreiben:

  1. Beckenbodentraining: Die Stärkung der Muskulatur im Bereich des Beckenbodens kann dazu beitragen, das Risiko einer Belastungsinkontinenz zu verringern. Eine regelmäßige Ausführung gezielter Übungen ist hier von höchster Wichtigkeit -Beratungsgespräche mit Mediziner:innen oder Physiotherapeut:innen können hier zur Anleitung dienen. Darüber hinaus gibt es auch spezielle Geräte, die dazu beitragen können, die Effektivität von Beckenbodenübungen zu erhöhen.
  2. Ernährung anpassen: Wie in vielen anderen Angelegenheiten der Gesundheit ist auch bei Inkontinenz eine ausgewogene Ernährung sehr ratsam, um eine Risikosenkung zu erzielen. Eine Ernährung, die reich an Ballaststoffen und nährstoffreichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse ist, kann dazu beitragen, Verstopfungen im Verdauungstrakt zu vermeiden und somit die Wahrscheinlichkeit einer Überlaufinkontinenz zu senken.
  3. Hygiene: Infektionen und Irritationen im Genitalbereich können zur Entwicklung einer Inkontinenz führen. Darum steht die Erhaltung der richtigen Hygiene im Alltag sehr hoch auf der Prioritätenliste, wenn einer Inkontinenz vorgebeugt werden soll. Während ein regelmäßiges Waschen wichtig ist, gilt es parfümierte feuchte Tücher und andere Hygieneprodukte, die zu Reizungen führen können zu vermeiden.
  4. Trinkgewohnheiten anpassen: Eine angemessene Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um den Körper zu hydrieren und Harnwegsinfektionen zu vermeiden. Allerdings ist eine übertriebene Menge an Flüssigkeit nicht sinnvoll, da dies zu einer Überlastung der Blase führen kann. Harntreibende Mittel – Alkohol, Koffein und kohlensäurehaltige Getränke sollten logischerweise ebenfalls gemieden werden, um eine Blasenreizung zu umgehen.
  5. Rauchen aufgeben: Das Rauchen von Tabak kann das Risiko einer Inkontinenz erhöhen, indem es die Muskeln der Blase und des Harnröhrenverschlusses beeinträchtigt und die Risiken von Husten und Bronchitis erhöht. Letztere Faktoren können stark zu einer Überbelastung der Blase oder des Darms beitragen.
  6. Gewichtskontrolle: Übergewicht erhöht das Risiko von Inkontinenz, insbesondere bei Frauen. Das eigene Körpergewicht im medizinisch gesunden Bereich zu halten kann helfen, den Druck auf die Blase und den Darm zu verringern und die Wahrscheinlichkeit von Inkontinenz in risikogefährdeten Personen zu verringern.
  7. Regelmäßige Toilettengänge: Das Einplanen regelmäßiger Toilettengänge kann dabei helfen, die Blase und den Darm gezielt zu entleeren und somit eine Überlaufinkontinenz zu vermeiden. Achten Sie also darauf, eine gesunde Regelmäßigkeit bei Ihren Stuhlgängen beizubehalten und versuchen Sie, alle drei bis vier Stunden zu urinieren, um Ihre Blase periodisch entleeren zu können.
  8. Vermeiden von schwerem Heben: Schwere Gegenstände zu heben und zu tragen kann vor allem im hohen Alter dazu beitragen, dass bestimmte Muskelgruppen im Bauch- und Rückenbereich zu sehr beansprucht werden. Solche Strapazierungen können die Entwicklung einer Belastungsinkontinenz begünstigen.

Viele Menschen haben Angst vor einer zukünftigen Inkontinenz-Diagnose, vor allem, wenn sie schon ein höheres Alter erreicht haben und eventuell andere Vorerkrankungen vorliegen. Die gute Nachricht hier ist, dass es diverse Möglichkeiten gibt, einer Inkontinenz vorzubeugen. Regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr, regelmäßiges Beckenbodentraining, Vermeidung von Übergewicht und Nichtrauchen sind wichtige Faktoren, die dazu beitragen können, eine Inkontinenz zu vermeiden oder ihre Häufigkeit zu reduzieren. Natürlich sind auch regelmäßige ärztliche Untersuchungen notwendig, um die richtige Pflege zu gewährleisten und andere mögliche Probleme frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

WIE LÄUFT DIE SUCHE NACH DER RICHTIGEN BEHANDLUNG AB?

Wenn Sie Symptome einer Inkontinenz bemerken, ist es wichtig, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Professionelle Mediziner:innen können Ihnen dabei helfen, die Ursache Ihrer Inkontinenz zu diagnostizieren und Ihnen eine geeignete Behandlung empfehlen. Doch wie findet man die richtige medizinische Beratung? Hier sind einige Tipps:

  1. Hausarzt oder Hausärztin: Im Falle eines Inkontinenz-Verdachts damit, sollten Patient:innen ihre Hausmediziner:innen aufzusuchen. Diese können ihnen eine erste Diagnose stellen und sie, wenn nötig, an andere Spezialist:innen überweisen.
  2. Facharzt oder Fachärztin: Wenn Ihr:e Hausmediziner:in Sie an einen Spezialisten oder eine Spezialistin überweist, suchen Sie nach einer urologischen oder gynäkologischen Betreuung. Diese Fachärzte und Fachärztinnen haben Erfahrung in der Behandlung von Inkontinenz und können Ihnen helfen, die richtige Behandlung zu finden.
  3. Erfahrung und Empfehlungen: Suchen Sie nach medizinischer Beratung mit Erfahrung in der Behandlung von Inkontinenz. Sie können auch Freunde, Familie oder andere Gesundheitsdienstleister:innen nach Empfehlungen fragen. Ebenso ist das Internet eine wertvolle Quelle für Empfehlungen und Ratschläge, was die Mediziner:innen-Wahl betrifft.
  4. Kommunikation: Achten Sie darauf, dass Sie sich bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin wohl und verstanden fühlen. Eine offene Kommunikation ist wichtig, um Ihre Symptome und Bedenken ansprechen zu können und gemeinsam eine passende Lösung zu finden.
  5. Verschiedene Behandlungsoptionen: Achten Sie darauf, dass Ihr Arzt oder Ihre Ärztin verschiedene Behandlungsoptionen ausführlich bespricht und Ihnen die Vor- und Nachteile jeder angebotenenOption erklärt. So können Sie gemeinsam entscheiden, welche Behandlung am besten zu Ihnen passt.

Schlussendlich ist die Notwendigkeit eines Praxisbesuches bei Inkontinenz-Verdacht zu unterstreichen. Suchen Sie nach einem Arzt oder einer Ärztin mit Erfahrung in der Behandlung von Inkontinenz. Eine offene Kommunikation soll von den Expert:innen gefördert und verschiedene Behandlungsoptionen mit Ihnen auf zugängliche Weise besprochen werden. Durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Mediziner:innen können Sie die beste Behandlung für Ihre individuelle Situation finden und baldig eine Verbesserung Ihrer Symptome erreichen.

 

WELCHE HILFSMITTEL STEHEN BEI EINER INKONTINENZ ZUR VERFÜGUNG?

Bei einer Inkontinenz können verschiedene unterstützende Gadgets und Vorrichtungen helfen, die Bewältigung des Alltags zu erleichtern und die Lebensqualität zu verbessern. Hier sind einige der gängigsten und am häufigsten empfohlenen Hilfsmittel:

  1. Inkontinenzprodukte: Hierzu zählen Einlagen, Vorlagen und Windeln, die plötzlich ausgetretenen Urinoder Stuhl auffangen und so das Auslaufen der Ausscheidungen, sowie deren unangenehme Gerüche verhindern können. Diese Produkte sind in verschiedenen Größen und Saugstärken erhältlich und können je nach Bedarf ausgewählt werden.
  2. Kondom-Urinale: Diese Hilfsmittel sind speziell für Männer konzipiert und bestehen aus einem dünnen Schlauch, der über das Glied gezogen wird und den Urin in einen Auffangbeutel leitet. Sie sind eine Alternative zu anderen Inkontinenzprodukten und können in manchen Fällen angenehmer zu tragen sein.
  3. Katheter: Unter dem Begriff „Katheter“ versteht man einen dünnen Schlauch, der in die Blase eingeführt wird, um den Urin abzuleiten. Es gibt verschiedene Arten von Kathetern, darunter Einmalkatheter und auch Dauerkatheter. Allerdings werden diese normalerweise nur bei schwerer Inkontinenz oder bei bestimmten medizinischen Bedingungen eingesetzt.
  4. Hautpflegeprodukte: Wir haben bereits mehrmals über die Hautprobleme gesprochen, die durch eine Inkontinenz und die damit verbundene Feuchtigkeit im Intimbereich entstehen können. Die Haut kann durch den ständigen Kontakt mit Urin oder Stuhl gereizt und geschädigt werden. Spezielle Hautpflegeprodukte, wie beispielsweise medizinische Reinigungstücher, Cremes und Salben, können helfen, die Haut zu schützen und zu pflegen.
  5. Bettwäsche und Unterlagen: Bei einer schweren Inkontinenz kann es sinnvoll sein, Bettwäsche und Unterlagen zu verwenden, die vor dem Auslaufen von Ausscheidungen schützen. Für diesen Zweck gibt es spezielle wasserdichte Matratzenbezüge und Unterlagen, die in der Waschmaschine gereinigt werden können. So erspart man sich oder seinen Angehörigen den Stress der Wäsche kompletter Bettbezüge.
  6. Hilfsmittel für den Toilettengang: Für Personen, die Schwierigkeiten beim Toilettengang haben, gibt es verschiedene Hilfsmittel, wie beispielsweise Toilettenaufsätze, Haltegriffe und Toilettensitzerhöhungen. Diese Hilfsmittel können dabei unterstützen, den Weg zur Toilette sicherer und komfortabler zu gestalten. Hier können medizinische Profis Sie bezüglich der passenden Einrichtung und Vorkehrungen in Ihrem Bad beraten.

Fassen wir also zusammen: Inkontinenzprodukte, Kondom-Urinale und Katheter sind Optionen, um das Auslaufen von Ausscheidungsprodukten zu verhindern. Hautpflegeprodukte und Bettwäsche, sowie Unterlagen können dazu beitragen, die Haut zu schützen und die Reinigung zu erleichtern. Hilfsmittel für den Toilettengang können Komfort und Sicherheit auf dem Weg zur Toilette erhöhen. Die Zusammenarbeit mit einem Arzt, einer Ärztin oder einem erfahrenen Pflegepersonal ist essenziell, um die besten Hilfsmittel für die individuelle Situation auszuwählen.

 

Fazit

Inkontinenz ist ein weit verbreitetes und oft missverstandenes Problem, das einen großen Teil unserer Bevölkerung betrifft. Es gibt verschiedene Arten von Inkontinenz, die unterschiedliche Ursachen und Symptome vorweisen. Eine frühzeitige Erkennung des Defekts kann dabei entscheidend sein, mögliche Folgeerkrankungen zu vermeiden – darum ist die Beanspruchung einer kompetenten medizinischen Beratung ein Muss, sollte eine Inkontinenz vermutet werden.

Die Behandlung von Inkontinenz kann von einer Änderung des Lebensstils über Blasentraining und Medikamente bis hin zu chirurgischen Eingriffen reichen. Es gibt auch eine Vielzahl von Hilfsmitteln, die Betroffenen dabei helfen können, mit ihrer Inkontinenz umzugehen. Mithilfe diplomierter Pfleger:innen und Physiotherapeut:innen können große Fortschritte in der Stärkung der für Kontinenz relevanten Muskelgruppen erreicht werden, was den Leidensdruck für Patient:innen stark verringern kann.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Inkontinenz durch präventive Maßnahmen zu vermeiden oder zu reduzieren. Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur können dazu beitragen, das Risiko einer Inkontinenz zu senken.

Das bestehende Stigma gegenüber Inkontinenz verhindert häufig den offenen Dialog rund um das Thema. Es ist daher wesentlich, dass Menschen über die Erkrankung aufgeklärt und falsche Vorurteile aufgedeckt werden. Inkontinenz betrifft Millionen von Menschen auf der ganzen Welt, aber durch die Tabuisierung der Materie haben Betroffene oft Angst, über ihre Leiden zu sprechen und suchen sich aus Scham nicht rechtzeitig medizinische Hilfe. Dadurch kann die Inkontinenz sich verschlimmern und zu Komplikationen führen, die sich negativ auf die Lebensqualität auswirken.

Eine bessere Aufklärung über Inkontinenz und die Verfügbarkeit von Hilfsmitteln kann dazu beitragen, dass Betroffene ihr Leben ohne Angst vor Verurteilung und in vollen Zügen genießen können. Ebenfalls können Angehörige erkrankter Menschen durch einen Zugang zu Informationen über Inkontinenz ihren Familienmitgliedern eine bedeutend bessere Unterstützung in der Alltagsbewältigung bieten.

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